Thema Worldmusic
DJ Vadim in Bochum
Grad bei den hochgeschätzen Kollegen aussem Ruhrpott-Ost entdeckt: DJ Vadim weilt am 27. Janaur 2010 in Bochum, genauer im Untergrund-Club, der “eigen, unabhaengig, dickkoepfig und voller Idealismus an seine Aufgabe” geht, um “die Ruhrpottclublandschaft wieder ein Stueck weiter nach Vorne zu bringen.” Mit DJ Vadim werden die Idealisten sicher nichts falsch machen, so hoffe ich, während ich darüber nachgrüble, wieviele Namen dieses Ding da in der Kortumstr. 101 in der Citypassage wohl schon gehabt haben mag. Ich erinnere mich noch an den Namen “Home”. 1999 muss das gewesen. Da waren ein paar locale DJs um den Bahnhof Langendreer und ich Feuer und Flamme für einen Club-Abend rund um Acid Jazz, Funk und Soul Jazz. Aber irgendwie schien es damals mit der Promotion nicht so geklappt zu haben. ;-)
Balkangrooves im Anmarsch
“Während schon seit Längerem sogenannte Worldmusik-DJs auf den Balkanzug aufsteigen, haben nun auch hippe Electro-Produzenten die Balkan-Energie und den anarchistischen Ost-Spaß für sich entdeckt”, heißt es in dem PR-Text für die Compilation Balkangrooves, die Anfang Februar in den Handel kommt und bei Eastblock Music erscheint. Dieser “Crossover an allen Fronten”, diese Vermischung der Genres und Subgenres (von der recht häufig ekeligen VerMashung sehe ich ab ;-) und die Stilmischungen quer durch den Garten sind seit langem zu beobachten, das macht vor dem originären Sound der Balkanmusik nicht halt, zumal ihre “Verviertelung” geradezu dazu auffordert (Mein ältester Housetrack mit Balkananleihen erschien 2006, heißt passend Arab to Balkan – auf Total Vibes Records – und wurde von Damir Pushkar aka Dampa aus Kroatien produziert). Der neue Sampler Balkangrooves macht derweil meine Hoffnung groß, dass ein paar frische Tracks zu bekommen sind, da immerhin neun unveröffentlichte Songs auf Balkangrooves zu finden sind. Die vertretenen Künstler lassen Gutes ahnen. Mit von der Party ist übrigens auch Basadub, das Dortmunder Trio um Saletico, DJ Badre von Globalibre und DJ Rexnon. Einen gratulierenden DJ-Gruss in den Ruhrpott Ost!
Soulfulness with Flat Fleet Floogie
Als Selecter DJR aka Abwechslung nun ein Set, dass nur so sprüht vor unmittelbarer Lebensfreude. Flat Fleet Floogie heißt das Mixtape aus der Hüfte und folgt damit dem Einstiegsswing von Slim & Slam, die 1938 mit “Flat Fleet Floogie with a Floy Floy” einen Hit feierten – wer den Song hört, weiss warum. In der Folge heizen dann fröhlich die Kolo Novo Movie Band mit “Bolujem Ja” und Rupa & The April Fishes mit “Por La Frontera” ein (Rupa und ihre Band gastieren am 25. Januar 2010 in Bochum, ich freue mich drauf). Und wenn dann Costi Ionita ein “Ca La Amsterdam” feiert (auf dem Sampler I Love Balkan Music) und Antonio Da Costa den Druck mit “Parranda” an den Hüften erhöht, geht alles, nur nicht ruhig sitzen bleiben. Da passt die Flamencofreude von Los Reyes, die eine “Gypsy Rhumba” hinlegen, die direkt ins Herz geht, während die arabeske Kühle von Naked Rhythm und dem Song “Sisha” uns wieder etwas herunterholt. Entsprechend loungiger fährt DJ Disse mit dem “Taxi To War”, gefolgt von einem balkanesken Rap des Nomad Soundsystems feat. MC Shufferah und Rotfront, die eine Stadt feiern, in der die Häuser die Berge und das Meer die Spree sind. So, ich muss jetzt an eine andere Front, die komplette Tracklist findet ihr auf Fairtilizer.

14.01.
Gypsy Electronica
Erst die letzten Tage auf Beatport und Co entdeckt und heute schon zu einem spontanen Set gemixt, das mir im rechten Flow erscheint. Kurz nach Big Balkan House habe ich Gypsy Electronica nachgelegt, eine tanzende Selection aus housigen Tracks, die balkanische, arabische und swingjazzende Facetten feiern. Meine Favoriten sind zur Zeit Ara mit “Gypsy House” ohne Umschweife (“Hopp! Baby!”), Sabo & Zeb mit dem knallenden, treibenden, einfach genialen “NYC”, Sir Cosmic mit “Swing Brother Swing” (Holla, das geht ab!), Nima Gorji mit “Shing a Ling” (geradezu hypnotisch) und Kris Wadsworth mit einem ziemlich fetten “Jazz Jack”.

11.01.
Cabruera – Canção Pra Ninar
Szenen aus dem Dokumentarfilm PELADÃO – Elf Freunde und eine Königin von Jörn Schoppe. Der coole Song Canção Pra Ninar von Cabruera gehört wohl nicht dazu. ;-)
10.01.
Rupa & The April Fishes mit Este Mundo
Als letztens der Gärtner der Lüste bei mir war und das neue Album von Rupa & The April Fishes namens “Este Mundo” auf meinem Schreibtisch sah, sagte er, was ich grad dachte: “Die is wirklich klasse, die kann man so durchhören!” Und so ist es auch, ein rundum gelungenes zweites Album zwischen feinem Gypsy Swing, Ska, Reggae und einem Hauch Cumbia, in Tonlagen zwischen Sehnsucht und Lebensfreude, Mitgefühl und “Schwärmerei” für Pablo Neruda.
“Die singende Ärztin” und Songschreiberin Rupa Marya, die mich das erste Mal Anfang des Jahres mit Une Américaine À Paris begeisterte, hat indische Wurzeln und ist in Kalifornien und Südfrankreich aufgewachsen. Aufgrund ihres Aussehens bekam sie früh zu spüren, was Ausgrenzung bedeutet. Das schärfte wohl ihren Gerechtigkeitssinn und ihre Empathie für die Menschen, die flüchten müssen und sozial benachteiligt sind. So arbeitet sie neben ihrem Musikerleben als Ärztin in der Notaufnahme für “legale und illegale MigrantInnen” am San Francisco General Hospital und beschreibt in ihren Texten die Flüchtlingsdramen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Stellvertretend sei dafür der Song “Por La Frontera” genannt, den Rupa laut Pressemitteilung auf dem Highway 101 nach Tijuna geschrieben habe, “wo sie mit Tagelöhnern, Feldarbeitern und Busfahrern ins Gespräch kam”.
Aber auch die große Liebe, Dichtung und Natur als Trost und Verheißung werden besungen und in einem stilbewanderten Musikkosmos entfaltet. Mit großen Worten ausgedrückt, wird auf Este Mundo “ein polyglottes Spektakel zwischen Gypsy Flair, Latin Moods und östlicher Philosophie gefeiert”, letzteres als Anspielung auf den Song “L’Eléphant”, darin der heilige Dickhäuter durch den Dschungel trabt und alles zerstört, um “den Blick auf die Wahrheit freizulegen”.
Bleibt die Frage, was es mit den “April Fishes” auf sich hat. So wird nicht nur die erstklassige und aus verschiedensten Musikzusammenhängen kommende Band benannt, sondern auch der Fisch, der ahnungslosen Menschen am 1. April in Frankreich auf den Rücken geklebt wird. Das gilt als Pedant unseres April-Scherzes, geht aber auf jenen Konflikt aus dem Jahre 1564 zurück, als König Charles IX den heidnischen durch den römischen Kalender ersetzen wollte. Renitente Untertanen aber wollten den 1. April als Neujahrsfest behalten. Und das Symbol des neuen Jahres war der Fisch, entsprechend definieren sich die April Fishes in Anlehnung an dieses Ereignis als Menschen mit eigenen Köpfen: “Sie bestanden auf Ihre eigene Realität und nicht auf die, die von oben aufoktroyiert wird!” Da sind wir durchaus verwandt. ;)
Dass die schöne Frau und ihre erstklassige Band derweil auch auf der Bühne überzeugen, zeigt das folgende Video. Das soll Euch daran erinnert, dass Rupa und ihre April Fishes im Januar 2010 durch Europa touren und hierzulande in München, Darmstadt, Bochum, Berlin und Hamburg zu erleben sind. In Bochum, genau am 25. Januar im Bahnhof Langendreer, werde ich dabei sein und neben dem Genuss der musikalischen Energie schwarzweisse Fotos für meine Musikergalerie machen.
Und wer nun den April Fishes und seinen liebsten Musikfreunden ein hochwertiges Geschenk machen möchte, besorge dieses schöne Album doch einfach zu Weihnachten. Wenn das kein Tipp in vorletzter Minute ist, weiss ich auch nicht! ;-)
- Das Label auf dem Rupa erscheint: Cumbancha (leider mit nervendem Flash, das keine Verlinkung der Tourdaten oder anderer Informationen erlaubt)
- Rupa & The April Fishes auf MySpace mit den Tourdaten und weiteren Videos
- Este Mundo in aller Ruhe auf bandcamp probehören
- Informativer Pressetext über das erste Album eXtraOrdinary rendition
- Die Homepage von Rupa Marya mit Vita
- Este Mundo als CD der Woche bei Funkhaus Europa
- Auch die NZZ weiss etwas über Rupa: Die Grenzgängerin
Generation Bass
Neu in meiner Linkbar: Generation Bass, ein Blog mit zahlreichen Generation Bass Mixes, einer Liste von Great Blogs und einer Rubrik mit Interviews und Special Ladies wie zum Beispiel der großartigen Cesaria Evora. Der Macher nennt sich DJ UMB und bittet auch auf MySpace zum Tanz.
18.12.
Fetzige Balkanbeats in der Halle Kalk
War das eine feine Balkanbeatnacht in der Halle Kalk in Köln. Nach dem Theaterstück Transit blieben und fanden sich um die 50 zum großen Teil sehr junge Gäste ein und tanzten auf Balkanbeats, Russendisco und Mestizo. Je fetziger und schneller, desto lustvoller wurde getanzt. Auch einige Mitarbeiter der Halle vom Schauspiel Köln waren trotz der Überstunden begeistert, wie mir das Feedback zwischendurch nahelegte. Und so ging auch manche Visitenkarte weg. Besonders schön war es zum Ende hin, da gab mir eine Eingebung einen flotten Gypsy-Swing ein, nämlich Minor Swing (To Django) von Children of the Revolution und siehe da, ich traf gesteigerte Tanzlust auf den Punkt und fast alle Gäste swingten das Foyer. Ein schönes DJ-Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Zum Anfang der Party habe ich ein kurzes Video gemacht. Der Song, der dort rockt, kommt von Kiril feat. MC Wasp & Rucl und heißt Jungle Shadow, zu finden auf der Balkanbeats 3.
Mein DJ-Setup mit Pioneer-Equipment und Traktor Scratch Duo. CDs mit 24 Tagen Musik habe ich übriges immer dabei, so kann mir ein Ausfall des Rechners nicht viel anhaben. ;-)
19.10.
Blog of Ethno Gypsy Balkan music
Gerade auf der HipShakeNight in den Kommentaren entdeckt: DJ Mishto stellt dort sein neues Blog für Balkanbreaks, Gypsy-Sounds und Ethnomucke vor. Rromix heißt das Blog und ich erwarte den einen oder anderen heißtanzwütigen Tipp in der Art wie Mahala Rai Banda new release. ;)

25.09.
Disco im Drüb am 3. Oktober
Am 3.10.2009 werde ich Pop und Rock aus vier Jahrzehnten mit Balkanbeats, Soul, Nu Funk und elektronisch gepushte Breakbeats mixem, dass es ein Tanzelixier werde. ;) Ort: Drübbelken Recklinghausen. Beginn: 22 Uhr. Groovegebühr: 5 Euro.

TV-Tipp: Ein Gig von Manu Chao
Heute um 23.20 Uhr auf arte: Das Abschlusskonzert von Manu Chaos Frankreich-Tournee 2008 in der Stierkampfarena von Bayonne: Manu Chao – Baïonarena
14.09.
Hop it!
Gerade über einen Backlink das schön anzusehende Blog Hop it! aus Hamburg entdeckt. Es geht um “Swing Tanz, Lindy Hop, Jazz und mehr in Hamburg und Welt…” Habe es gleich da in meine Linkbar gepackt. ;)
1.09.
Globalibre-Blog
Ich mag mich täuschen, aber interessante DJ-Bogs sind hierzulande rar gesät. Umso erfreulicher, dass das Globlalibre-DJ-Team vor einiger Zeit mit dem Bloggen anfing und fleissig dabei bleibt, um das weite Feld elektronisch veredelter Worldbeats ins Web 2.0 zu hieven. Für meine Begriffe sind die Vier aus Dortmund und Bochum zwar etwas wortkarg, was die persönliche Ansprache und eigene DJ-Erlebnisse angeht, gleichen das aber damit aus, dass sie reichlich Tracklists und Mixtapes sprechen lassen. Sie sind ja schliessliche DJs. ;-)

30.08.
DJR Moovebox
Ich freue mich, dass mein neuer Wochen-Mix im Webradio gut ankommt. Heute war ich zum 2. Mal unter den Top 100. Da waren 433 Besucher, die im Schnitt 11 Minuten durchhielten. Da müssen ein paar Fans richtig lange gehört haben. Und damit die mittlerweile gut 65 Stunden Musik nicht langweilig werden, stelle ich in der DJ R. Moovebox neue Songs vor. Die Sendung läuft am Sonntag von 0 bis 4 Uhr und von 20 bis 00 Uhr. Stile: House, Nu Jazz, Soul, Lounge, Balkanpop und elektronisch gewürzte Worldbeatz. Bis dahin.
Herr Paulsen macht Lust auf Summerjam
Summerjam 2009 mit Herrn Paulsen. Bekomme ich glatt Lust mal mitzumachen. Und das in meinem hohen Alter ;-)
15.07.




