DJ-Blog zwischen Balkanbeats und Nu Jazz, House und Lounge, Rare Grooves und Weltmusik

Travel Lounge – 42 min fast warm up mix

travel-lounge01

Zur Einstimmung auf die kommende Travel Lounge am 8. Mai im Swabedoo folgt dem Bild. DJ Badre und ich freuen uns auf eine housige, latine und balkaneske Nacht. Travel Lounge – 42 min fast warm up mix:

01 Malente & Dex – Habibi (Shir Khan Remix) 02 Romano Alfieri and Luca Bear – Love U 03 Sultan, Ned Shepard – Kitsch (Original Mix) 04 Audiofly – Salioelsol (Original Mix) 05 Audiojack – This House 06 Einmusik – Jabloko (Original Mix) 07 Malente & Dex – In Nightclubs (Camel Remix) 08 Uner Meets Deep & Suga – Disco Stu 09 Nic Fanciulli – Feed the Freezer (Original Mix) 10 Sebastian Lutz – Kachina 11 Jalebee Cartel – Dub Drop (Shades of Gray Remix) 12 Kollektiv Turmstrasse – Last Day 13 Massimo di Lena – Raw Track (Shout Mix) 14 Amir – Rocky Mountain 15 Dimitri Andreas – Run and Hide (Afrilounge Dub) 16 Sebo K Featuring Max Moya – Spirits (Drum Version)


Heiß in den Mai mit Globalibre im Domicil

Für die Globalibre-Party Tanz in den Mai im Domicil war ich als DJ-Partner neben dem Gärtner der Lüste vorgesehen, doch hatte ich bereits dem Tanz in den Mai im Drübbelken zugesagt. Da man sich als DJ mit bestem Willen nicht an zwei Orte gleichzeitig beamen kann, bleibt mir nur übrig, allen Fans vielseitigen Grooves im Dortmunder Raum zu empfehlen, das heißeste Musikfeuerwerk in dieser Nacht nicht zu verpassen. Ein Erfolg würde zudem wohl zu einer regelmäßige Reihe führen, die ich mitgestalten dürfte. Toi Toi Toi und gebt alles, liebe Kollegen. ;-)


Die rasanteste Lounge am 8. Mai

Nach dem erfolgreichen Start wird die rasanteste Lounge überhaupt fortgeführt. Globalibre presents Travel Lounge am 8. Mai 2010 im Swabedoo (nähe Möllerbrücke) im Dortmunder Kreuzviertel mit Sets zwischen Global House, Nu Jazz, Balkanbeats und Latin. Eintritt frei für gute Laune!

Travel Lounge am 8. Mai


Tanz in den Mai im Drübbelken

Am 30. April 2010 ist es wieder soweit, DJR wird die bewährte Tanznacht im Drübbelken von Recklinghausen fortführen. Guter Pop und Rock aus vier Jahrzehnten werden mit Balkanbeats und Latin, Soul und Funk für Tanzdruck sorgen. Beginn 22 Uhr, Groovegebühr 5 Euro. Es wird rappelvoll werden!

Tanz in den Mai im Drübbelken Recklingausen


Erfolgreich: Travel Lounge und studio10

Das vorletzte Wochenende war für mich als DJ sehr erfreulich. Die Premiere von studio10 am Freitag in der Altstadtschmiede war ein schöner Erfolg. Um die 80 Gäste waren da und die Tanzfläche war bereits kurz nach dem Start gut besetzt, füllte sich schnell und wurde bis zum Ende in Anspruch genommen. ;-). Am Samstag gab es dann die erste Ausgabe von Travel Lounge im Swabedoo. Dort lernte ich die Tropical und Balkan House-Mix-Künste von DJ O.live.R und DJ Badre kennen, die für sehr gute Stimmung sorgten. Ich versuchte mich in den frühen Morgenstunden mit heißem Balkanpop und lebensfrohen Latingrooves, die die Gäste zwischen der langen Theke und den Tischen zum ausgelassenen Abtanzen brachten. Insgesamt hat es mir viel Spass gemacht mit dem sympathischen Oliver und dem überaus lustigen Badre aufzulegen und ich freue mich auf die nächste Travel Lounge am 8. Mai zusammen mit DJ Badre. Yep!


Travel Lounge im Swabedoo

Der Kollege DJ axe.l vom Globalibre-Team hat mich eingeladen, einen Lounge- und Dance-Nacht im Swabedoo mitzugestalten, inclusive Plakatgestaltung. ;-) Travel Lounge nennen wir das Ganze und die Reise beginnt am kommenden Samstag, den 10.04.2010, ab 22 Uhr im Swabedoo in Dortmund (Nähe Möllerbrücke). Es darf ruhig Tanzlust mitgebracht werden, denn zu später Stunde wird der Beatdruck garantiert zunehmen. Ich bin gespannt.

Travel Lounge im Swabedoo


Jazzy Lounge: Is that Nu Jazz? – Set 2

Vor 2 Tagen habe ich auf Beatport und DJTunes nach aktueller und jazziger Lounge-Music recherchiert und bin froh fündig geworden. Gestern habe ich voller Vorfreude aus den Fundstücken ein feines Set gemixt. Elektronisch verfeinerter Jazz in den verschiedensten Spielarten und Anspielungen vereinen sich zu einen atmosphärisch dichtem Flow, der mir mitteilte: Es hat sich gelohnt! ;-) Vorhang auf für Is that Nu Jazz? – Set 2 mit folgenden Meistern des digitalen Grooves:

Is that Nu Jazz? - Set 2

01 Low Fidelity Jet Set Orchestra – The Project (Part One)
02 From P60 – You take me (feat. Virag)
03 Ohm Guru – Jazz Brake
04 Bossa Nostra – Chico desperado (At Jazz Remix)
05 Belladonna – Space Jazz
06 Zeb – What If Peter Didn’t Catch the Wolf?
07 Hess is More – Yes Boss (The Revenge Remix)
08 Caradefuego – Tranquila
09 Modulo 5 – Miles 2000
10 Fromwood – Night Wind
11 The Shiffers – Love Is
12 Pluton Kids – Head On Road
13 DJ Rodriguez – Mad Atari
14 B.C.Project – Venice Beach (Original Mix)


Call my N°

Call my N°. Live gemixt vor zehn Jahren und drei Tagen. Er klingt immer noch cool. Auch werden Erinnerungen wach, an einem kurzen Urlaub in Cadaques und die große Liebe.

01 Vincenzo – call my number 02 Fernanda Abreu – você prá mim 03 S-Tone Inc – saudade 04 Tom y Joce – vai minha tristesa 05 Nicola Conte – bossa per due 06 The Green Future – hony rhythm and butter 07 Milton Banana – cidade vazia 08 Sylvio César – consolaçao 09 The Barigozzi Group – red face 10 Ginger Johnson & his African Messengers – i jool omo 11 Mamba Percussions – rythmoton 12 Hamid Baroudi – caravan II baghdad 13 Sin Palabras – orisha dreams 14 Yonderboy – cantaloupe island 15 Bossa Tres…Jazz – illusion 16 De-Phazz – april shower 17 Omni Trio – who are you 18 Fanger – endless summer


Studio10 ab 9. April in der Altstadtschmiede

Die Altstadtschmiede in Recklinghausen und DJR laden ein zur regelmäßigen Tanzparty studio10 (in Anlehnung an die Hausnummer). Jeden 2. Freitag im Monat gibt es ab 21 Uhr ein Programm, das wir folgendermassen auf den Punkt gebracht haben:

„Unsere Mixtur heißt Mainstream für den guten Geschmack mit Rock, Funk, Soul und Disco aus vier Jahrzehnten, wohlschmeckend gewürzt mit aktueller Weltmusik zwischen Balkanbeats und latiner Lebensfreude.“

Wir hoffen, das macht neugierig und lockt Euch zur Altstadtschmiede, wenn wir am 9. April 2010 Premiere haben.


Uptown Strut für Soulfreunde

Ich habe mir endlich die Zeit genommen und zum ersten Mal in Uptown Strut gelesen, ein handliches und solides Magazin rund um Soul, Funk und Jazz. Uptown Strut erscheint seit 2008 zweimal im Jahr. In der aktuellen 4. Ausgabe fand ich heute beim Sonntagskaffee im Bett einige spannende Texte. Das Interview mit der Sängerin und Songschreiberin Fleur Earth und ihren Weg zur Soulmusik in deutscher Sprache und die Rezension über den Dokumentarfilm Soul Power, der das musikalische Geschehen rund um das sportliche Ereignis Muhammad Ali gegen Goerge Foreman 1974 in Kinshasa aus zahlreichen, ungesichteten Filmrollen zu neuem Leben erweckte. Faszinierend ist auch die Geschichte über Frank Gossner, ein Funk- und Soul-DJ, der jahrelang in Westafrika lebte und den Afrobeat auf Vinyl sammelte. „Er trug stets einen batteriebetriebenen Plattenspieler mit sich herum, mit dem er auch in aller Öffentlichkeit in Platten hereinhörte. Häufig kam es dabei zu spontanen Menschenansammlungen und die Leute fingen auf offener Straße an zu tanzen…“ Das ist doch ein Traum eines jeden wahren DJs, oder?

Erwähnenswert ist aus meiner Sicht auch die kleine Hommage an Marvin Gaye, der am 1. April vor 25 Jahren von seinem Vater, „einem Predigerarschloch“, erschossen wurde, kurz vor seinem 45. Geburtstag. Darüber hinweg tröstet nichts, aber das Leben wie das Schreiben gehen ja weiter und so fand ich noch zwei kompakte Bandportraits sehr interessant, die zudem mein Repertoire als DJ erweitert haben. Vorgestellt werden in einem Interview das Kokolo Afrobeat Orchestra und das Braunschweiger Duo Una Mas Trio, letztere mit coolen Latingrooves vom Feinsten, die ich grad auf DjTunes höre. Das sollte reichen, um auf Uptown Strut neugierig gemacht zu haben. Das Magazin erscheint in einer Auflage von 10.000 und kostet im Jahresabo mit 2 Ausgaben 7,50 Euronen. Eine schöne Bilderreihe aus uptown strut #2 gibt es übrigens auf slanted.

Nachtrag: Ein weiterer Blogbeitrag über Uptown Strut, der freundlich auf den Punkt bringt, warum sich das Magazin lohnt. Dort fiel mir auch wieder ein, wie ich das aktuelle Heft entdeckt hatte, nämlich durch einen FR-Artikel: Gefühl für Vinyl.


DJ Vadim in Bochum

Grad bei den hochgeschätzen Kollegen aussem Ruhrpott-Ost entdeckt: DJ Vadim weilt am 27. Janaur 2010 in Bochum, genauer im Untergrund-Club, der „eigen, unabhaengig, dickkoepfig und voller Idealismus an seine Aufgabe“ geht, um „die Ruhrpottclublandschaft wieder ein Stueck weiter nach Vorne zu bringen.“ Mit DJ Vadim werden die Idealisten sicher nichts falsch machen, so hoffe ich, während ich darüber nachgrüble, wieviele Namen dieses Ding da in der Kortumstr. 101 in der Citypassage wohl schon gehabt haben mag. Ich erinnere mich noch an den Namen „Home“. 1999 muss das gewesen. Da waren ein paar locale DJs um den Bahnhof Langendreer und ich Feuer und Flamme für einen Club-Abend rund um Acid Jazz, Funk und Soul Jazz. Aber irgendwie schien es damals mit der Promotion nicht so geklappt zu haben. ;-)


Balkangrooves im Anmarsch

„Während schon seit Längerem sogenannte Worldmusik-DJs auf den Balkanzug aufsteigen, haben nun auch hippe Electro-Produzenten die Balkan-Energie und den anarchistischen Ost-Spaß für sich entdeckt“, heißt es in dem PR-Text für die Compilation Balkangrooves, die Anfang Februar in den Handel kommt und bei Eastblock Music erscheint. Dieser „Crossover an allen Fronten“, diese Vermischung der Genres und Subgenres (von der recht häufig ekeligen VerMashung sehe ich ab ;-) und die Stilmischungen quer durch den Garten sind seit langem zu beobachten, das macht vor dem originären Sound der Balkanmusik nicht halt, zumal ihre „Verviertelung“ geradezu dazu auffordert (Mein ältester Housetrack mit Balkananleihen erschien 2006, heißt passend Arab to Balkan – auf Total Vibes Records – und wurde von Damir Pushkar aka Dampa aus Kroatien produziert). Der neue Sampler Balkangrooves macht derweil meine Hoffnung groß, dass ein paar frische Tracks zu bekommen sind, da immerhin neun unveröffentlichte Songs auf Balkangrooves zu finden sind. Die vertretenen Künstler lassen Gutes ahnen. Mit von der Party ist übrigens auch Basadub, das Dortmunder Trio um Saletico, DJ Badre von Globalibre und DJ Rexnon. Einen gratulierenden DJ-Gruss in den Ruhrpott Ost!


Lounge-Set: Is that Nu Jazz?

Nach dem fröhlichen Flat Fleet Floogie geht es weiter mit der Frage Is that Nu Jazz? Und wie ich diese Frage auch beantworten mag, was auf jeden Fall bleibt, ist die sehr schöne Musik mit sehr schönen Übergängen. Im Flow des Sets durften das so toll swingende „Clyde Beluga“ von Club des Belugas ebenso wenig fehlen (siehe Zoo Zizaro) wie mein Liebling von JoJo Effect um Anne Schnell: Denn „Ein kleines Wackeln mit dem Po“ schmiegt sich zum Ende so schön an „Cade Voce“ von Sabrina Malheiros, dass der darauffolgende Track „El Tercer Dia“ von Marcus Zelonka es dem gleich tun musste. ;-) Rundum schöne Musik, die sich hier getroffen hat, um uns mit ihren so verschiedene Spielarten, Grooves und Stimmungen zu verführen. 23 Loungeperlen für alle Lebenslagen, fröhlich und keck, zärtlich und melancholisch, leichtfüßig und ausgelassen, geheimnisvoll und vieldeutig.

01 The Jazzual Suspects – Ba Dada 02 Zone – Slave 03 Club Des Belugas – Clyde Beluga 04 Batterie du Verre – Jitterbug 05 Daniele Luppi – Cou Cou 06 Jojo Effect – Ein Kleines Wackeln Mit Dem Po 07 Sabrina Malheiros – Cade Voce 08 Marcus Zelonka – El Tercer Dia 09 Belladonna – Bossa Esfera 10 Monodeluxe – At the Beach 11 Kings of Groove – How Beautiful Is 12 Tokyo Counterpoint – Telephone 13 Axel Kühn – Early Takes – Original Mix 14 Freedom Dub – Indy feat. Laura Finocchiaro 15 All Good Funk Alliance – Freedumbs ft. Swamburger & Alexandrah 16 Bassik Groove – Jazz Breakdown 17 Free the Robots – Diary 18 Quantic and His Combo Barbaro – Undelivered Letter 19 Robert Passera with Lorraine Bowen – Tee Tee Cocò 20 Four Tet – Everything Is Alright – Original Mix 21 Marbert Rocel – Ba Ba Bounce – Radio Edit 22 Koop – Koop Island Blues 23 Baz – Never Ending Story


Soulfulness with Flat Fleet Floogie

Als Selecter DJR aka Abwechslung nun ein Set, dass nur so sprüht vor unmittelbarer Lebensfreude. Flat Fleet Floogie heißt das Mixtape aus der Hüfte und folgt damit dem Einstiegsswing von Slim & Slam, die 1938 mit „Flat Fleet Floogie with a Floy Floy“ einen Hit feierten – wer den Song hört, weiss warum. In der Folge heizen dann fröhlich die Kolo Novo Movie Band mit „Bolujem Ja“ und Rupa & The April Fishes mit „Por La Frontera“ ein (Rupa und ihre Band gastieren am 25. Januar 2010 in Bochum, ich freue mich drauf). Und wenn dann Costi Ionita ein „Ca La Amsterdam“ feiert (auf dem Sampler I Love Balkan Music) und Antonio Da Costa den Druck mit „Parranda“ an den Hüften erhöht, geht alles, nur nicht ruhig sitzen bleiben. Da passt die Flamencofreude von Los Reyes, die eine „Gypsy Rhumba“ hinlegen, die direkt ins Herz geht, während die arabeske Kühle von Naked Rhythm und dem Song „Sisha“ uns wieder etwas herunterholt. Entsprechend loungiger fährt DJ Disse mit dem „Taxi To War“, gefolgt von einem balkanesken Rap des Nomad Soundsystems feat. MC Shufferah und Rotfront, die eine Stadt feiern, in der die Häuser die Berge und das Meer die Spree sind. So, ich muss jetzt an eine andere Front, die komplette Tracklist findet ihr auf Fairtilizer.


Deep Tech House Debüt

In meinen selbstbestimmten Weihnachtsferien (auch ein Freiberufler muss mal abschalten ;) bin ich ziemlich tief abgetaucht in die elektronische Musikszene rund um die große House Music. In diversen MP3-Shops bin ich wie von selbst auf zahlreiche aktuelle Songs gestossen, die unter dem Subgenre Tech House laufen und fliessende Grenzen zum Deep House und Techno haben. Der Sound ist sicher nicht jedermanns Sache, strahlt er doch hypnotische Monotomie und eine Geräuschkälte mit Understatement aus; und das bei diesen Temperaturen (da hilft nur tanzen)! Das hielt mich nicht davon ab, einen spontanen und etwas beschleunigten Mix mit deepen Beginn und meinen Lieblingstracks zu wagen, wobei die ersten drei zu meinen hochgeschätzten Favoriten zählen, nämlich „Momma’s Groove (Jimpster’s Hip Replacement Mix)“ vom unglaublich raffinierten und selten enttäuschenden Tüftler Osunlade, kongenial zweitverwertet von Jimpster; danach „Ghosts In My Machines“ von Milton Jackson, zu finden auf seiner aktuellen Scheibe Crash, gefolgt vom Originalmix „Breakfast Club“ von Mark Henning aus Berlin.


„Hinter den richtig guten Sachen steht schon auch ein Songwriting“

Als ich vor einiger Zeit die Tracks Nightflight und den Remix Black Market von dem Duo Schwarz & Funk entdeckte, war ich recht begeistert von dieser Art House, der vielseitig und feinschichtig in den Ohren schwingt. Neugierig geworden vereinbarte ich mit dem Musiker Bob Schwarz und dem DJ Jesse Funk ein Email-Interview. Darin erzählen sie über ihre Zusammenarbeit, ihre aktuellen Projekte und die zwei Seiten des Internets für Musiker.

Aus einem Text über Euch schliesse ich, dass Ihr alte Hasen im Musikgeschäft seid. Was habt bisher alles gemacht, ausprobiert und versucht rund um das Leben und Arbeiten mit der Musik?

Jesse: Wir produzieren seit über 10 Jahren zusammen Musik, Schwerpunkt Chillout und House. So sind bisher über 150 Tracks entstanden. Ein guter Teil davon auch unter anderen Pseudonymen wie Deeparture, Eivizzards, Indigo Seven, Daddy Pete und Sunseeker. Unsere Musik wurde schon auf unzähligen Compilations verkoppelt. Da verliert man schon selber ein wenig den Überblick. Teilweise wurden die Tracks als Corporate sound auf Webseiten verwendet z.B. Alfa Romeo, TUI, Lufthansa. Letztes Jahr haben wir im Auftrag von Lifted House/Denmark einige Remixe gemacht, zum Beispiel „Ida Corr“, „Mental Generation“, „Future Sound of London“.

An welchen Projekten arbeitet Ihr zur Zeit?

Jesse: Wir haben eigentlich immer Tracks, an denen wir zeitweise arbeiten, rüsten momentan unsere Studios auf und hatten in letzter Zeit viele Gigs, Bob als Musiker und ich als DJ. Wir wollen heuer aber noch eine Menge neuer Chill und House Tracks machen und etwas mehr in die Elektro- und Minimal-Ecke gehen. Außerdem wollen wir 2010 ein Best of Album releasen.

Wie habt Ihr Euch kennengelernt und was hält Euch bei der gemeinsamen Arbeit zusammen?

Bob: Wir haben uns bei unserer Tätigkeit beim Lokalradio kennen gelernt. Ich als Producer und Jesse als Moderator und DJ. Wir haben durch die gemeinsame Arbeit sehr viel voneinander gelernt. Ein Musiker hat eine ganz andere Sichtweise auf die Arbeit wie ein Producer oder DJ. Wir vertrauen uns da gegenseitig absolut. Wenn Jesse sagt: Das und das fliegt raus, dann akzepiere ich das. Und wenn ich sage, das und das funktioniert so musikalisch nicht dann akzeptiert das Jesse. Das ergänzt uns optimal. Und die Ergebnisse finden wir dann beide eigentlich optimal.

Ich finde Eure Musik vielseitig und immer für Überraschungen gut. Was sagt Ihr selbst zu Eurem Stil und über das Experimentieren mit „different styles“?

Bob: Wir inspiriren uns meist durch die Musik, die wir gerade so auch nebenher hören. Oder wenn wir eine Sample-Bibliothek durchhören. Einige Songs von uns sind regelrecht um ein Soundsample herumgebaut. Abwechslung ist uns beiden auch wichtig. Nach drei vier Chill Produktionen haben wir dann echt wieder Bock, eine House Nummer zu machen.

Mich interessiert auch, wie bei Euch ein Song entsteht. Was inspiriert Euch, wie entstehen erste Ideen, wie feilt Ihr am Sound, wie integriert Ihr Gastmusiker?

Jesse: Uns inspirieren natürlich auch die grossen Jungs in den Bereichen sowie die Altmeister der 80er Jahre. Das Meiste heute produzierte hört sich oft nach try and error an. Die meisten Electro- und Minimal-Produzenten wissen gar nicht, was ein Akkord ist und drehen an Parametern, welche sie garnicht verstehen.

Bob: Hinter den richtig guten Sachen steht schon auch ein Songwriting: das mag relativ simpel sein, ist aber durchdacht.

Jesse: Gastmusiker haben wir auch ab und an, falls sie nicht zu anstrengend werden :-)). Von daher sind wir am liebsten alleine am start.

Welches technische Equipment ist zentral für Eure Arbeit?

Jesse: Wir arbeiten ausschliesslich mit Pro Tools, zu 90% mit Audio files und verwenden einige externe Hardware Effekte.

Was tut Ihr, um von der Musik leben zu können und wo seht Ihr Eure Erfolge?

Jesse: Naja, auflegen, live spielen, hin und wieder ein paar Jobs. Wir sehen unsere Arbeit im Studio als ein must do, nicht um unbedingt viel Geld damit zu verdienen. Wir wollen ja nicht Hitparade oder Schlager machen.

Bob: Um davon leben zu können, muss man schon sehr sehr gut sein, hart arbeiten, und viel Glück haben. Man muss da schon eher Geschäftsman sein, als Musiker. Erfolg ist so ne Frage, die wir wohl schlecht beurteilen können. Denke aber, im Bereich Chillout sind wir recht gut vertreten. Waren wohl auf fast allen wichtigen Compis mit drauf… Und auf 3 mal auf die Cafe del Mar zu kommen, macht uns schon stolz und gibt uns auch die Bestätigung, dass unsere Musik mit anderen grossartigen Künstlern mithalten kann.

Seht Ihr einen aktuellen Trend in der elektronischen Musik?

Jesse: Einen wirklichen Trend sehe ich nicht, da es gerade im Housebereich soviele Bereiche gibt, welche man gar nicht mehr überblicken kann. Ich denke aber, der Trend geht generell wieder in Richtung Musik anstatt nur zu Geräuschen.

Rund ums Musikgeschäft wird viel prophezeit, das Ende des Vinyls und der CD, das Internet als die Killerapplikation gegen die Musikindustrie. Wie nehmt Ihr die Entwicklung wahr und welche Vor- und Nachteile hat für Eure Arbeit das Internet?

Jesse: Naja, die CD wird sich doch noch ein wenig halten. Der Trend geht natürlich in Richtung digital. Die Jugend nutzt ja jetzt schon ausschliesslich virtuelle Datenträger wie iPod, Computer, Homeentertainment etc.

Bob: Vinyl wird nicht sterben, eher eine kleine Nische belegen für DJs und HIFI-Enthusiasten. Ich kenne DJs, die ausschliesslich mit Vinyl spielen (Drum & Bass, minimal…).

Jesse: Die Plattenindustrie war einfach zu gierig, hat lange geschlafen und bekommt jetzt riesen Probleme – selber schuld! Ich denke, das Internet hat gute und schlechte Seiten. Man hat als Künstler heute vielmehr Möglichkeiten als früher. Schlimm ist für alle Künstler, dass man jeden Song illegal runtersaugen kann. Das ist echt übel. Das Zweite was mich wirklich nervt, ist, dass sich so eine Unmenge an übler Musik in Download-Portalen befindet. Es ist schier unmöglich, schnell etwas Gutes zu finden. Einige Portale wirken da schon entgegen, dass nicht Jeder seine Ergüsse platzieren kann. Ich suche nicht mehr in allen Download-Portalen, sondern meist bei den Labels direkt. Sonst würde ich nur noch durchhören, endlos!


Disco im Drüb in der Karnevalszeit

Am 13. Februar 2010 ist es wieder soweit, DJR wird eine weitere bewährte Tanznacht im Drübbelken von Recklinghausen bis in den frühen Morgen gestalten. Guter Pop und Rock aus vier Jahrzehnten werden mit Balkanbeats und Latin, Soul und Funk, House und Electropop für unwiderstehlichen Tanzdruck sorgen. Es beginnt um 22 Uhr, die Groovegebühr beträgt wie immer 5 Euro.


Gypsy Electronica

Erst die letzten Tage auf Beatport und Co entdeckt und heute schon zu einem spontanen Set gemixt, das mir im rechten Flow erscheint. Kurz nach Big Balkan House habe ich Gypsy Electronica nachgelegt, eine tanzende Selection aus housigen Tracks, die balkanische, arabische und swingjazzende Facetten feiern. Meine Favoriten sind zur Zeit Ara mit „Gypsy House“ ohne Umschweife („Hopp! Baby!“), Sabo & Zeb mit dem knallenden, treibenden, einfach genialen „NYC“, Sir Cosmic mit „Swing Brother Swing“ (Holla, das geht ab!), Nima Gorji mit „Shing a Ling“ (geradezu hypnotisch) und Kris Wadsworth mit einem ziemlich fetten „Jazz Jack“.


Cabruera – Canção Pra Ninar

Szenen aus dem Dokumentarfilm PELADÃO – Elf Freunde und eine Königin von Jörn Schoppe. Der coole Song Canção Pra Ninar von Cabruera gehört wohl nicht dazu. ;-)
 

10.01.



|


Big Balkan House

Wenn bei dem Set nicht die Housepost abgeht, weiss ich nicht! Allein der Anfang mit „Arab to Balkan“ von Dampa lockt die Tanzlust aus der Reserve. Darauf folgt ein „Ole“ von Balearic Soul das auf „Every Step“ von Xilique aufbaut, um an die Humorabteilung mit Jesse Rose und seinem „Well Now“ überzugeben. In Folge versucht sich Gringo Gomes mit „Tri Balkan“ und Brett Johnson hebt mit seinem wahnsinnigen Flow die Feierlaune, von wegen „Gypsy Blue“. Bobby Murray erhöht danach noch den BMP-Druck mit seinen „Gypsy Fingers“, während Sunset BLVD. vollkommen der „Balkan Mania“ verfallen scheint. Den guten Schluß leiten dann M.In & Jonas mit einem ganz eigenwilligen „Balkan Style“ ein, um das Set von Agent! & Niveau mit „Batu Caves“ auf höchstem Tech House Niveau beenden zu lassen. Big Balkan House.


Auf Wolke Mixcloud

Dienste, die es ermöglichen, Podcasts und Mixtapes innerhalb einer Community zu teilen und weiterzuverbreiten gibt es ja bereits einige, aber keiner ist für mich bisher so überzeugend und einfach wie Mixcloud. Für die Registrierung reicht eine Email-Adresse und ein Passwort. Jeder Upload darf bis zu 100 MB groß sein. Das Herunterladen geht recht zügig. Danach steht das Werk sofort zur Verfügung. Dem Mix können ein Bild, Tags, Links und Infotext hinzugefügt werden. Besonders gut finde ich die Möglichkeit, Tracklistings zu integrieren. Dabei reicht es, eine Textliste in ein Feld zu kopieren. Zuvor sind die Tracks durch einen Umbruch zu trennen, Interpret und Titel können durch Bindestriche getrennt werden. Den Rest macht Mixcloud. Dass das gut funktioniert, zeigt mein Testmix Transistor Glück 001. Weitere Tapes werden auf der DJR-Cloud folgen. Ich sach nur: Swinging Balkan House – was ich da aufgetan… ;-)

6.01.


|


Balkan House mit Basti Grub und DJ W!LD

Holla, was haben die Techno- und Housebarden Basti Grub aus Hessen und DJ W!LD aus Paris denn da Schönes aus ihren Maschinen gezaubert! Balkan 2 heißt der 12-Minuten-Track schlicht und zog mich sofort in seinen ryhtmischen Balkan-House-Bann. Ein toller Partyeinstieg zum Warmmachen.


Transistor Glück 002 auf DjTunes

Meine aktuellen Lieblingstracks zwischen den verschiedenen Spielarten des House bis zum Nu-Jazz und gepflegten Lounge.


Kolo Novo Movie Band

Viele Überraschungen bot mir die aktuelle DJ Soko Compilation BalkanBeats – A Night In Berlin nicht, dafür bin ich ein zu fleissiger Sammler (mittlerweile könnte ich um die 9 Stunden bewusst ausgewählten Balkangroove und Gypsyswing auflegen, he he ;-). Aber der Song Bolujem Ja von der Kolo Novo Movie Band aus Cape Town in South Africa ist ein echtes Balkanperlchen, wie mir jetzt erst aufgefallen ist. Da dringt schwungvolle balkanische Wehmut gekreuzt mit Afro-Gesang direkt ins emphatische Herz vor, das gleich – unersättlich wie es ist, mehr verlangt.
 


Transistor Glück auf DjTunes

Ich habe die Zeit der vielen Feiertage ausgiebig genutzt, um frische Musik in diversen MP3-Shops zu erstehen. Vielleicht wird aus den Erfahrungen mit eMusic, Beatport, DjTunes, Digital-Tunes, dem mittlerweile unsäglichen iTunes und dem öden Amazon-MP3-Shop ein kritischer Bericht. Heute nur soviel, dass mir die Playlistfunktion auf DjTunes (die sitzen in meiner Geburtsstadt Bochum) besonders gut gefällt. So habe ich dort einmal auf die Schnelle Zwölf und Fünf meiner Lieblingstracks zusammengestellt, Fundstücke rund um „house, tech house, minimal, deep house, chillout“ wie es mir die Auto-Tags verraten. Aber keine Sorge, ich habe auch wieder tollen Balkanpop und feine Weltmucke aufgetan, das läuft auch alles schon in meinem Webradio auf laut.fm. Ja, ich war sehr fleissig, deshalb muss ich jetzt auch brav ins Bett. Gute Nacht und ein tolles 2010!


Atmospheric Drum & Bass: Basswerk Dc1

Ich habe lange nicht mehr ein so gutes Drum & Bass Album wie basswerk digital collection DC1 vom Label basswerk records gehört. Drum & Bass wie ich ihn liebe! Flirrende treibende groovende Rhythmik, tiefe Bässe und minimalistische atmosphärische Klänge und hallende und schwebende Verführungen. Ganz vorne steht für DJR der Track Levitation von Hiten & Squash, erschienen auf Basswerk Files #029 Hiten EP. Da treibt ein dubbender Bass vom Erquicklichsten, ich möchte tanzen und liegen gleichzeitig! Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist der Song Jazzfreak von Alessandro Greco alias ENEA. Er fäng anheimelnd an, und mit einem Gesangsfetzen fährt ein Drumfeuerwerk in die Glieder, dass ich Hopsen möchte, aber wie! ;-) Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, höre zudem Health Care von Kantyze. Da leuchten Synthieklänge aus entferntesten Winkeln des Kosmos, da zündet eine Bassdrum neuen Treibstoff, der uns noch mehr Fahrt aufnehmen läßt in ein Wohin, dass Deiner und meiner Phantasie überlassen ist. Top Release über Weihnachten 2009, ein schönes Geschenk auch danach!


Das unscheinbare Miles-Davis-Jahr 2009

In der FR beantwortet Hans-Jürgen Linke in dem Artikel Die Erfindung der Coolness, warum 2009 ein Miles-Davis-Jubiläumsjahr war. Die Antwort: Es liessen sich 60 Jahre Birth of the Cool, 50 Jahre Kind of Blue und 40 Jahre In A Silent Way und Bitches Brew feiern und einige haben das auch getan, wie z.B. der US-amerikanische Kongress, der im November 2009 „Kind of Blue“ zum nationalen Kulturerbe erklärte. Für mich persönlich bleibt Miles Davis unvergessen durch seine Musik für Louis Malles (ich liebe fast alle seine Filme, die ich bisher gesehen habe) Fahrstuhl zum Schafott („Ascenseur pour l´échafaud“).

 

 
Das eigenwillige Spiel Miles Davis‘ wird durch die folgende allgemeine Beschreibung seines Stils von Hans-Jürgen Linke klasse zu Wort gebracht:

„Er hatte einen Trompetenstil entwickelt und reifen lassen, der aus einer gewissen technischen Beschränktheit seiner Virtuosität eine Tugend machte: unterkühlte Lyrik, fahle Klangfarben, eine dramatische Phrasierungskunst auf der Basis größter Ökonomie in der Anzahl der gespielten Noten, Klangverfremdung durch die Verwendung von Dämpfern; dazu kam sein unglaubliches, untrügliches Stilgefühl.“

28.12.




|


Zoo Zizaro und der Swing des Jazz

Club des Belugas: Zoo Zizaro Bisher habe ich nur eine CD-Besprechung über das neue Club des Belugas Album namens Zoo Zizaro gelesen, die nicht begeistert hervorhob, dass nach Swop kaum eine Steigerung denkbar sei, bis „Zoo Zizaro“ uns eines Besseren belehrte. Entsprechend ist das Bild von der Band, die wie ein guter Wein sei, der mit den Jahren reife, sehr gut gewählt. Die Entwicklung der Belugas-Musik von der ersten Scheibe „Caviar at 3. a.m.“ über „Apricoo Soul“ bis zum fünften Longplayer „Zoo Zizaro“ ist nicht zu überhören. Zoo Zizaro feiert den Jazz mit seiner ihm innewohnenden Leidenschaft und Coolness, Perfektion und Vielseitigkeit, Eleganz und Extravaganz. Hier kommt der Swing des Jazz so unverbraucht daher, als sei er erst vor kurzem erfunden worden. Das ist Kunst, die Kunst der Musiker.

Der erste Höhepunkt läßt mit „Human Loss & Gain“ von Radio Utopia feat. Bajka nicht lange auf sich warten und läßt die Langeweile vieler Remixe vergessen: Es groovt im Boogaloostyle; unwiderstehlich in die Glieder gehend mit treibendem Kontrabass, mit latiner Percussion und einem Minimalismus des Saxophons und der Wah-Wah-Guitar, der jedes Hipster-Herz höher schlagen läßt. Der Nachfolger „Clyde Beluga“ überrascht dann mit einem swingenden Bläser-Intro und dieser Leichtigkeit der Drums, um danach dem großartigen Ferank Manseed das Wort zu lassen, der wie Mel Torme oder Frank Sinatra oder vielleicht doch wie Nat King Cole klingt und singt und den ihr – ich wette – nicht auf Anhieb in dem Song „Back to my Room“ wiedererkennen würdet. Wo treiben die Macher der Belugas eigentlich immer diese hervorragenden singenden Songwriter auf? Wobei der tätowierte Ferank skandalöserweise nicht auf jeder Bühne gerne gesehen wird.

Überraschend wie vielseitig geht es weiter. So erfreut uns anna.luca in „Floating on Air“ mit lasziv-keckem Gesang und später soult die gute Brenda Boykin das Titelstück „Zoo Zirara“ in unsere grooververwöhnten Herzen. Zwischendrin zeigt uns ein feuriger Remix des Songs „Airmail Special“ wer die ungeschlagene Skatgesangmeisterin aller Zeiten ist. – Erlebt das selbst, das Lounge-Abenteuer, das Nu Jazz-Feuerwerk, den wunderbar aneinandergereihten Flow lebendigen Jazzes!


Breakbeatdruck mit Basement Freaks

Heute kam der Newsletter des Basement Freaks George Fotiadis ins Postfach geschneit ;-). Darin stellte er sein wildes funkig-grooviges Set names 30 min. mix broadcasted on Ali B’s Show on Kiss FM vor. Ich sage nur rare groove und Breakbeatdruck mit vielen Anleihen aus der guten alten Soulzeit und einem Abstecher zum Calypso-Groove. Hören.

George Fotiadis alias Basement Freaks
George Fotiadis alias Basement Freaks


Rupa & The April Fishes mit Este Mundo

Als letztens der Gärtner der Lüste bei mir war und das neue Album von Rupa & The April Fishes namens „Este Mundo“ auf meinem Schreibtisch sah, sagte er, was ich grad dachte: „Die is wirklich klasse, die kann man so durchhören!“ Und so ist es auch, ein rundum gelungenes zweites Album zwischen feinem Gypsy Swing, Ska, Reggae und einem Hauch Cumbia, in Tonlagen zwischen Sehnsucht und Lebensfreude, Mitgefühl und „Schwärmerei“ für Pablo Neruda.

„Die singende Ärztin“ und Songschreiberin Rupa Marya, die mich das erste Mal Anfang des Jahres mit Une Américaine À Paris begeisterte, hat indische Wurzeln und ist in Kalifornien und Südfrankreich aufgewachsen. Aufgrund ihres Aussehens bekam sie früh zu spüren, was Ausgrenzung bedeutet. Das schärfte wohl ihren Gerechtigkeitssinn und ihre Empathie für die Menschen, die flüchten müssen und sozial benachteiligt sind. So arbeitet sie neben ihrem Musikerleben als Ärztin in der Notaufnahme für „legale und illegale MigrantInnen“ am San Francisco General Hospital und beschreibt in ihren Texten die Flüchtlingsdramen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Stellvertretend sei dafür der Song „Por La Frontera“ genannt, den Rupa laut Pressemitteilung auf dem Highway 101 nach Tijuna geschrieben habe, „wo sie mit Tagelöhnern, Feldarbeitern und Busfahrern ins Gespräch kam“.

Rupa and the April Fishes - Este Mundo

Aber auch die große Liebe, Dichtung und Natur als Trost und Verheißung werden besungen und in einem stilbewanderten Musikkosmos entfaltet. Mit großen Worten ausgedrückt, wird auf Este Mundo „ein polyglottes Spektakel zwischen Gypsy Flair, Latin Moods und östlicher Philosophie gefeiert“, letzteres als Anspielung auf den Song „L’Eléphant“, darin der heilige Dickhäuter durch den Dschungel trabt und alles zerstört, um „den Blick auf die Wahrheit freizulegen“.

Bleibt die Frage, was es mit den „April Fishes“ auf sich hat. So wird nicht nur die erstklassige und aus verschiedensten Musikzusammenhängen kommende Band benannt, sondern auch der Fisch, der ahnungslosen Menschen am 1. April in Frankreich auf den Rücken geklebt wird. Das gilt als Pedant unseres April-Scherzes, geht aber auf jenen Konflikt aus dem Jahre 1564 zurück, als König Charles IX den heidnischen durch den römischen Kalender ersetzen wollte. Renitente Untertanen aber wollten den 1. April als Neujahrsfest behalten. Und das Symbol des neuen Jahres war der Fisch, entsprechend definieren sich die April Fishes in Anlehnung an dieses Ereignis als Menschen mit eigenen Köpfen: „Sie bestanden auf Ihre eigene Realität und nicht auf die, die von oben aufoktroyiert wird!“ Da sind wir durchaus verwandt. ;)

Rupa and the April Fishes

Dass die schöne Frau und ihre erstklassige Band derweil auch auf der Bühne überzeugen, zeigt das folgende Video. Das soll Euch daran erinnert, dass Rupa und ihre April Fishes im Januar 2010 durch Europa touren und hierzulande in München, Darmstadt, Bochum, Berlin und Hamburg zu erleben sind. In Bochum, genau am 25. Januar im Bahnhof Langendreer, werde ich dabei sein und neben dem Genuss der musikalischen Energie schwarzweisse Fotos für meine Musikergalerie machen.
 

 
Und wer nun den April Fishes und seinen liebsten Musikfreunden ein hochwertiges Geschenk machen möchte, besorge dieses schöne Album doch einfach zu Weihnachten. Wenn das kein Tipp in vorletzter Minute ist, weiss ich auch nicht! ;-)


 < 1 . 2 3 4 . 8 >

Balkanbeats Balkanpop Berlin Blogs Brazil Breakbeat CD-Tipp Cinematic Jazz Deep House DJ-Job DJ Culture DJR Download-Portal Electronic Electro Pop Electropop Electroswing Electro Swing Event Funk Hip Hop Hochzeit House Interview Jazz Köln Livemix Lounge Musiker Nu Jazz Party Pop & Rock Putumayo Rare Groove Reggae Ruhrgebiet Soul Swing Tech House Video Webradio Worldmusic Xone DX