Uptown Strut für Soulfreunde
Ich habe mir endlich die Zeit genommen und zum ersten Mal in Uptown Strut gelesen, ein handliches und solides Magazin rund um Soul, Funk und Jazz. Uptown Strut erscheint seit 2008 zweimal im Jahr. In der aktuellen 4. Ausgabe fand ich heute beim Sonntagskaffee im Bett einige spannende Texte. Das Interview mit der Sängerin und Songschreiberin Fleur Earth und ihren Weg zur Soulmusik in deutscher Sprache und die Rezension über den Dokumentarfilm Soul Power, der das musikalische Geschehen rund um das sportliche Ereignis Muhammad Ali gegen Goerge Foreman 1974 in Kinshasa aus zahlreichen, ungesichteten Filmrollen zu neuem Leben erweckte. Faszinierend ist auch die Geschichte über Frank Gossner, ein Funk- und Soul-DJ, der jahrelang in Westafrika lebte und den Afrobeat auf Vinyl sammelte. “Er trug stets einen batteriebetriebenen Plattenspieler mit sich herum, mit dem er auch in aller Öffentlichkeit in Platten hereinhörte. Häufig kam es dabei zu spontanen Menschenansammlungen und die Leute fingen auf offener Straße an zu tanzen…” Das ist doch ein Traum eines jeden wahren DJs, oder?
Erwähnenswert ist aus meiner Sicht auch die kleine Hommage an Marvin Gaye, der am 1. April vor 25 Jahren von seinem Vater, “einem Predigerarschloch”, erschossen wurde, kurz vor seinem 45. Geburtstag. Darüber hinweg tröstet nichts, aber das Leben wie das Schreiben gehen ja weiter und so fand ich noch zwei kompakte Bandportraits sehr interessant, die zudem mein Repertoire als DJ erweitert haben. Vorgestellt werden in einem Interview das Kokolo Afrobeat Orchestra und das Braunschweiger Duo Una Mas Trio, letztere mit coolen Latingrooves vom Feinsten, die ich grad auf DjTunes höre. Das sollte reichen, um auf Uptown Strut neugierig gemacht zu haben. Das Magazin erscheint in einer Auflage von 10.000 und kostet im Jahresabo mit 2 Ausgaben 7,50 Euronen. Eine schöne Bilderreihe aus uptown strut #2 gibt es übrigens auf slanted.
Nachtrag: Ein weiterer Blogbeitrag über Uptown Strut, der freundlich auf den Punkt bringt, warum sich das Magazin lohnt. Dort fiel mir auch wieder ein, wie ich das aktuelle Heft entdeckt hatte, nämlich durch einen FR-Artikel: Gefühl für Vinyl.
24.01.
Spontanes Hip Shake Set
Der is zwar schon en Tick älter, aber den habe ich hier noch nicht gezeigt. Ein Kurzmix von 9:30 mit flinken Fingern erstellt, die videofähige Knipse direkt draufgehalten, deshalb die etwas ferne Tonqualität. ;-)
21.01.
Lounge-Set: Is that Nu Jazz?
Nach dem fröhlichen Flat Fleet Floogie geht es weiter mit der Frage Is that Nu Jazz? Und wie ich diese Frage auch beantworten mag, was auf jeden Fall bleibt, ist die sehr schöne Musik mit sehr schönen Übergängen. Im Flow des Sets durften das so toll swingende “Clyde Beluga” von Club des Belugas ebenso wenig fehlen (siehe Zoo Zizaro) wie mein Liebling von JoJo Effect um Anne Schnell: Denn “Ein kleines Wackeln mit dem Po” schmiegt sich zum Ende so schön an “Cade Voce” von Sabrina Malheiros, dass der darauffolgende Track “El Tercer Dia” von Marcus Zelonka es dem gleich tun musste. ;-) Rundum schöne Musik, die sich hier getroffen hat, um uns mit ihren so verschiedene Spielarten, Grooves und Stimmungen zu verführen. 23 Loungeperlen für alle Lebenslagen, fröhlich und keck, zärtlich und melancholisch, leichtfüßig und ausgelassen, geheimnisvoll und vieldeutig.

01 The Jazzual Suspects – Ba Dada 02 Zone – Slave 03 Club Des Belugas – Clyde Beluga 04 Batterie du Verre – Jitterbug 05 Daniele Luppi – Cou Cou 06 Jojo Effect – Ein Kleines Wackeln Mit Dem Po 07 Sabrina Malheiros – Cade Voce 08 Marcus Zelonka – El Tercer Dia 09 Belladonna – Bossa Esfera 10 Monodeluxe – At the Beach 11 Kings of Groove – How Beautiful Is 12 Tokyo Counterpoint – Telephone 13 Axel Kühn – Early Takes – Original Mix 14 Freedom Dub – Indy feat. Laura Finocchiaro 15 All Good Funk Alliance – Freedumbs ft. Swamburger & Alexandrah 16 Bassik Groove – Jazz Breakdown 17 Free the Robots – Diary 18 Quantic and His Combo Barbaro – Undelivered Letter 19 Robert Passera with Lorraine Bowen – Tee Tee Cocò 20 Four Tet – Everything Is Alright – Original Mix 21 Marbert Rocel – Ba Ba Bounce – Radio Edit 22 Koop – Koop Island Blues 23 Baz – Never Ending Story
17.01.
Das unscheinbare Miles-Davis-Jahr 2009
In der FR beantwortet Hans-Jürgen Linke in dem Artikel Die Erfindung der Coolness, warum 2009 ein Miles-Davis-Jubiläumsjahr war. Die Antwort: Es liessen sich 60 Jahre Birth of the Cool, 50 Jahre Kind of Blue und 40 Jahre In A Silent Way und Bitches Brew feiern und einige haben das auch getan, wie z.B. der US-amerikanische Kongress, der im November 2009 “Kind of Blue” zum nationalen Kulturerbe erklärte. Für mich persönlich bleibt Miles Davis unvergessen durch seine Musik für Louis Malles (ich liebe fast alle seine Filme, die ich bisher gesehen habe) Fahrstuhl zum Schafott (“Ascenseur pour l´échafaud”).
Das eigenwillige Spiel Miles Davis’ wird durch die folgende allgemeine Beschreibung seines Stils von Hans-Jürgen Linke klasse zu Wort gebracht:
“Er hatte einen Trompetenstil entwickelt und reifen lassen, der aus einer gewissen technischen Beschränktheit seiner Virtuosität eine Tugend machte: unterkühlte Lyrik, fahle Klangfarben, eine dramatische Phrasierungskunst auf der Basis größter Ökonomie in der Anzahl der gespielten Noten, Klangverfremdung durch die Verwendung von Dämpfern; dazu kam sein unglaubliches, untrügliches Stilgefühl.”
28.12.
Hip Shake Set 1 – Januar 09
Hört, hört, hört das Hip Shake Set 1 – Januar 09, ein spontanes Set mit 10 groovesatten Tracks in genau 9:30 min mit fliinken Finger gemixt:
16.01.
Schulmädchen Report vs Vampyros Lesbos
Heute treten an zur heißen Symbiose zwei Scheiben aus dem Hause Crippled Dick Hot Wax!, das ich hier bereits in den Labelhimmel gelobt habe. Gert Wilden & Orchestra und seine Vertonung der Schulmädchen Reports im belebenden Kontrast zur Sexadelic Dance Party der Komponisten und Arrangeure Manfred Hübler und Siegfried Schwab. Als Beat noch etwas mit Sex zu tun hatte und der medial befreite Sex dem Beat noch manchen genialen Ohrwurm entlockte.

Fazit: Gert Wilden ist genial, der Titelsong zur “Die dressierte Frau” überlebt den Film und sein Follow me ist nicht zu schlagen. Aber der Sound von Vampyros Lesbos fügt sich prima ein.
24.11.
Cinematic Groove aus dem Blow Up Club

Cinematic Groove ist mein Begriff für die geniale Filmmusik aus den 60er und 70er Jahren, mit der sich die kreativsten französischen, englischen und italienischen Komponisten und Arrangeure unsterblich machten. So verwundert meine Freude nicht, dass ich noch 2 CDs aus der Reihe blow up presents exclusive blend (Vol. 1 und 2) aus den Jahren 1996 und 1997 in meine Sammlung aufnehmen konnte. Darauf finden sich rare Perlen von Komponisten wie Keith Mansfield, James Clark, Alan Hawkshaw, Alan Parker, Alan Moorhouse, David Lindup und anderen, die der Blow Up DJ Paul Tunkin auf diesen hervorragenden Samplern ein Denkmal setzte. Jetzt hoffe ich, dass ich auch noch irgendwo die 3. und 4. Compilation auftreiben kann.

Die Songs von Exclusive Blend Volume 1 und der Volume 2.
L.S.D. Partie
Suchte grad nach L.S.D. Partie von Roland Vincent, wollte wissen, ob der Songname wirklich mit “ie” am Ende geschrieben wird. Entdeckte dann beim Suchen einen Ausschnitt aus dem Film Delphine von 1969, der zeigt, wie gut man sich auf diesen geilen Song bewegen kann (darum lege ich ihn auch so gerne auf ;-). Auch der Film wäre einer für mich…
20.02.
Cinematic Groove aus Italien
Liebhaber des Soundtracks aus den 60er und 70er Jahren werden ihre wahre Freude haben, wenn sie auf der Site Movie Grooves das CD- und LP-Sortiment durchstöbern. Ich fand dort zwei CDs mit feinster Filmmusik aus Italien, die hierzulande gar nicht oder nur zu teuer zu bekommen sind. Zum einen die CD The beat, the shake and the lounge – A collection of the music that started the italien lounge craze, ein Volltreffer mit Titeln, die manches retrogestylte Bossa-, Nu Jazz- und Brasilectra-Zeugs ziemlich alt aussehen lassen.

Zum anderen bekam ich Vol. 4 aus der Reihe Easy Tempo zugeschickt, so dass ich nun fast die zehn sehr genialen Compilations des Labels Right Tempo aus Mailand zusammen habe. Zehn Sampler, die zwischen 1996 und 2000 erschienen sind und die eindrucksvoll belegen, dass italienische Komponisten wie Pierre Umiliani, Giancarlo Barigozzi, Armando Trovajoli und so einige andere einen Platz im Olymp des ungetrübten und tanzbaren Jazzes verdient hätten. ;-)

Beiden Compilations ist gemeinsam, dass der Sound der Songs unerhört gut ist, so dass auch klangverwöhnte Ohren auf ihre Kosten kämen.
12.10.
Grant Green
Eine schöne Liebhaber-Site von Boris Chomski über einen meiner Lieblingsgitarristen aus der Kategorie Funky Jazzer ;-). Grant Green.
16.05.
Chatterton
Gainsbourg singt Chatterton, zu finden auf der CD Comic Strip, dort zu hören auch das unvergleichliche Bonny And Clyde (Videolink).
15.05.
