Gute Stimmung: Club des Belugas & Swop

Der Musikkritiker ist ein notorischer Lügner, er unterschlägt den eigenen Geschmack und die persönliche Stimmung als Grundlage der Bewertung. Deshalb gleich vorweg: Ich habe grad gute Stimmung und bin wohlwollend zu sprechen auf das neue Album von Club des Belugas names Swop. ;-) Das liegt auch daran, dass die in meinen Ohren so wohlklingende und typische Stimme von Brenda Boykin wieder dabei ist, die zudem auf dem Tanzknaller Some Like It Hot zu hören ist.

Club des Belugas - Swop

Den „Tanzknaller“ sah ich letzten Samstag bestätigt, als ich JAZZploitation im FZW zum Besten gab und mit positiver Einstellung die traurige Tatsache mangelnder Gäste dazu nutzte, um mit diesem Song auf die Tanzfläche zu locken. Und siehe da, vier von sieben Gästen waren nach kurzem Zögern mit Hingabe auf dem Dancefloor (zum Glück waren mehr Frauen als Männer da ;-). Da soll mir dieses Album nicht sympathisch sein! ;-) Zumal der druckvolle und mit schneidenden Bläsern flankierte Tape Five Remix What Is Jazz und das She Said No (wieder mit Brenda Boykin und ihren Scatkünsten) sehr dancefloortauglich scheinen. Nicht zu vergessen der Club Des Belugas Remix Puttin‘ On The Ritz, der den Fred Astaire Swing nicht ohne Augenzwinkern zu bewahren vermag. Das ist die Kunst.

Im Hinblick auf Tanztauglickeit liegt mir das Vorgängeralbum Apricoo Soul näher. Das sollte die Liebhaber vielseitiger Jazzmusik keineswegs davon abhalten, Swop zu kosten, um Genuß an einem feinen und stilversierten Nu Jazz zu finden, der immer wieder einen neuen Charakter über Gaststimmen aus London, New York und Schweden zu finden scheint, dafür sorgen Namen wie Iain Mackenzie, Dean Bowman und anna.luca; dem kongenialen Produzentenduo Maxim Illion und Kitty the Bill aus Wuppertal sei Dank. – Die Songs

Edit: Rezension des Nachfolger Zoo Zaziro 2009: Zoo Zaziro und der Swing des Jazz


Background Vibes

Als Liebhaber jazziger, latiner, loungeanmutender, fein komponierter, sensibel gesungener, gekonnt interpretierter, ektronisch verfeinerter Musik habe ich mir einen Mix von 17 schönen Songs als aktuelle Playlist aufgelegt, den ich Background Vibes nenne.

Background Vibes

01 Tanghetto . Alexanderplatz Tango 3:40
02 S-Tone Inc. . Ainda Sonhar 3:52
03 Nouvelle Vague . Just Can’t Get Enough 3:05
04 Catherine Spaak . La Notte E‘ Fatta Per… Rubare 2:35
05 Jim Tomlinson . Jardin D’Hiver 3:09
06 Silverlake Collective . Soul 3:45
07 Jaffa . Sneakin‘ 5:18
08 Shantel . Backwood 4:48
09 Yonderboi . Riders on the Storm / Pink Solidism 3:38
10 Thievery Corporation . Bario Alto 3:37
11 Cedar . Transcendant Spheres 3:51
12 Jaffa . Elevator 4:14
13 Funkanzazenji . Latin Flavour 2:51
14 Luis Bacalov . Anice Nuraghi 2:32
15 Nazare Pereira . Clarão de Lua 1:56
16 Tony DeSare . Kiss 3:59
17 Phyllis Dillon . Close to You 3:06


Tape Five: Bossa For A Coup

Wenn hierzulande keine Grillen mehr zirpen, aber der goldene Oktober noch manchen warmen Sonnenstrahl auf lichthungrige Gesichter wirft und das Licht eine gelbe Wärme wie auf Kuba am späten Nachmittag ausstrahlt, dann sollte unbedingt irgendeine Art Abspielgerät und die gerade erschienene CD Bossa for a Coup von Tape Five in der Nähe sein (was der Gärtner der Lüste mir in die Hand drückt, ist immer wieder hoch erfreulich ;-). Denn darauf sind nicht nur Grillen und diverse geschickt eingebaute Geräusche vom urbanen und schönen Leben zu hören, sondern vor allem eine angenehme, entspannende und wie in einem Fluss komponierte und arrangierte Musik, die dem Jazz als swingenden Ohrwurm huldigt (passt in die Marketingschublade Barjazz) und zugleich ganz eigene Klangakzente setzt, die uns mit jedem Song das Musikerkollektiv Tape Five um die beiden Köpfe Martin Strathausen (aka Smarty-Mart) und Henrik Wager erkennen lassen. Jazziger, latiner Lounge im Retro-Style und Easy Listening mit Ethnopop-Anklägen verwöhnen mein wohlwollendes Ohr, wobei mir im letzten Song eine Runde zuviel verwöhnt wird und der sanfte, geschliffene Druck der vorherigen Tracks im Dahinplätschern verloren geht.

Tape Five - Cover von Bossa for a Coup

Meine Anspieltipps und Favoriten unter den 16 Songs: Senorita Bonita, Taxi To Bombay, Club De Cigale, The Smell Of A Sidewalk, Femme Libertan und Cats Walk Underground.


Crippled Dick Hot Wax und Beat At Cinecitta

Das Berliner Label Crippled Dick Hot Wax! ist ganz nach meinem Geschmack und am liebsten würde ich von heute auf morgen die CD-Abteilung plündern. ;-) Vor allem die Soundtracks haben es mir angetan, so zum Beipiel die 3er-Compilation Beat At Cinecitta. Das klingt in meinen Ohren, ich hebe gleich ab! Erwähnen möchte ich auch, dass die Website schön schlicht und übersichtlich gestaltet ist, so dass das Stöbern und Vorhören Spaß macht. Kollegen, Zeit mitbringen und auch mal was bestellen! ;-)


Funky Nu Jazz Style

Wie ich im Interview mit dem Gärtner der Lüste angekündigt hatte, möchte ich kurz seine drei Funky Plüsch Compilations names Fly Me To The Moon (2005), Beyond The Moon (2006) und Witchcraft (2007) sowie den Sampler Smile Style (2007) vorstellen.

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Die Gemeinsamkeit der vier Sampler besteht im harmonischen Mix aus vielseitigem Nu Jazz. Auch wenn mancher Song durch seine Länge schnell abnutzt, finden sich auf jeder der Compilations einfach schöne, einfach tanzbare Perlen, einmal abgesehen davon, dass diese Mixe wunderbar im Hintergrund laufen sollten, um die gute Laune noch zu steigern oder welche hervorzurufen ;-). Meine Lieblinge:

01 Club de Belugas mit Hip Hop Chin Chin (smooth return mix) :: 02 MagnetiC 4 mit Bowinda :: 03 Ursula Rucker with Lil Louie Vega mit Release :: 04 Becker mit 6 aus 49 :: 05 Moca mit Funky Plüsch :: 06 Moca mit Post It :: 07 Ganesh mit Evergreen :: 08 Parov Stelar mit Kisskiss :: 09 Koop mit Let’s Elope :: 10 Tricatel Inc. mit Friday Night (moodorama remix)


Blackenized – Jatz the floor!

Am kommenden Samstag fängt der erste Blackenized – Jatz the floor! Nacht im Café Einstein an. Sie wird folgend jeden zweiten Samstag im Monat stattfinden. Für die folgenden Nächte steht unten ein Pressetext zur Verbreitung bereit. ;-)

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Blackenized – Jatz the floor ist eine musikalische Reise. Sie führt über den vielfältigen Groove afroamerikanischer Musik der 60er und 70er Jahre hin zu aktuellen Remixen im Nu Funk und Nu Jazz und zurück. Unwiderstehlicher Latin-Swing aus Spanish Harlem wechselt sich ab mit treibendem Soul Jazz kleiner und großer Jazzmusiker. Leidenschaftlicher Soul trifft auf Funk von Afro über Acid bis Nu. Abgefahrener Blaxploitation-Sound hinterläßt Powerspuren, die sich wiederfinden im Reggae aus dem legendären Studio one. Die ganze Bandbreite afroamerikanischer Kreativitätsschübe mit ihrer Betonung auf Lust und Tanz, kultureller Eigenständigkeit und verspieltem Crossover möge erklingen und auf den Dancefloor locken. Jatz the floor!

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dj R ist leidenschaftlicher Sammler fast aller tanzbaren Musik von rare groove über elektronische Soundmalereien bin hin zu den vielfältigen Klängen populärer Weltmusik. Seinen Einstand hatte er 1995 im Jatz (Dortmund). Er hatte Gastspiele im Bochumer Bahnhof Langendreer, war DJ auf den ersten Funkhaus Europa Partys, blieb aber in all den Jahren der Dortmunder Szene treu. Stationen waren neben dem Jatz die Live Station, Domizil und gut 9 Jahre FZW.


Gärtner der Lüste: „Ästhetischer Kopilot“

Der DJ Gärtner der Lüste erzählt im Interview über seine erfolgreiche DJ-Entwicklung und über seine Arbeit als Compiler und „ästhetischer Kopilot“.

DJR: Wie bist Du DJ geworden, was motivierte Dich und gab es Stilwechsel?

Gärtner der Lüste: Mit 14 war ich mit meiner Klasse (reine Jungenschule) auf Klassenfahrt für ne Woche in Maria Laach, und es war zum Verzweifeln öde dort, bis am dritten Tag eine Mädchenklasse aus Bergneustadt in unserer Jugendherberge eintraf, die genau ein Jahr jünger war. Mit mehreren Jungs haben wir uns sofort verguckt, unter anderem ich, aber wir waren Lichtjahre zu schüchtern, um was in die Wege zu leiten. Also hatten wir, direkt in der ersten Nacht DIE Idee: Wir machen ne Party und laden die Mädels ein. Wir bekamen die Erlaubnis von den Lehrern, mein Kumpel Jakob und ich haben alle verfügbaren Kassetten zusammengezogen und den ganzen Nachmittag durch gehört. Dabei haben wir anhand des Laufwerks die Hits notiert und alle Kassetten auf einen Hit ein gespult. Mein Equipement an diesem ersten Auflegeabend war mein erster Radiorecorder von Grundig, der war zwar sogar noch Mono aber ordentlich laut. Ergebnis: fast alle haben getanzt und anschließend mindestens ein Dutzend Pärchen geknutscht, unter anderem auch ich, da viel mir die Berufswahl eigentlich nicht mehr schwer.

Bis es allerdings das erste Mal Geld für´s Auflegen gab, hat´s dann noch zehn Jahre gedauert. Stilwechsel gab es immer mal wieder, angefangen hab ich natürlich mit Pop und Rock, den Hits, die es so gab. Irgendwann hatte ich allerdings keine Lust mehr allzu bekannte Stücke wie ne Jukebox abzuspulen und Rock wurde mir langweilig.

DJR: Vielseitigkeit scheint Dein Programm zu sein: Du bietest spezielle Abende mit „Latin, Oriental, Reggae, Jazz, Lounge oder Soul und Funk“ an. Das deutet schon Deine beachtliche Sammlung an Musik an. Wie sammelst Du und wie merkst Du Dir, was Du alles hast?

Gärtner der Lüste: Alle diese Stile lege ich tatsächlich aktuell auf, sogar noch etliche mehr, allerdings am allerliebsten nicht in Reinkultur, sondern je nach Publikum und der Stimmung in einem spontanen Mix.

Musik sammle ich eigentlich wo ich geh und steh, meine Ohren sind immer im Einsatz. Höre ich beim Friseur, im Cafe oder bei Freunden interessante Musik, versuche ich sie aufzutreiben. Flohmärkte werden geplündert, ebenso Plattenläden wenn ich in anderen Städten oder Ländern auflege. Vor kurzem habe ich zum Beispiel Oye Records in Berlin ausgiebig heimgesucht und als nächstes geht’s durch die Läden in Barcelona. Natürlich wird auch mit allen möglichen Freunden und Kollegen getauscht. Zu meinem großen Glück kenne ich ne Menge Musik begeisterter Menschen.

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Die Stücke, die ich auflegen will, kommen immer sofort auf thematisch geordnete Sampler, die ich von Hand beschrifte und regelmäßig mal wieder höre. Klingt jetzt vielleicht ein bißken technisch, aber für mich ist der Ablauf so sehr gut.

DJR: Auf Deiner Site ist zu lesen: „Eine Spezialität des Gärtners ist loungen auf höchstem Niveau“. Was macht angesichts vieler steriler und schnell langweilig werdender Lounge-Produktionen ein gutes Lounge-Stück aus und wie findest Du Deine Perlen?

Gärtner der Lüste: Die Perlen sind ja in fast jedem Stil relativ selten, wenn man die Menge der Produktionen betrachtet. Ein gutes Loungestück ist zwar easy, es geht angenehm leicht ins Ohr, aber wenn ich zuhören will, muß es auch was Interessantes, eine Seele zu bieten haben. Die besten kann ich tausendmal hören und sie berühren mich immer wieder.

Momentan finde ich fast die meisten Perlen auf dem Label Chinchin, auf dem ich meine „Funky Plüsch“-Compilations veröffentliche. Der „Club des Belugas“ produziert einfach unglaublich geile Lounge-Musik, das Ende des Jahres kommende Album wird schon wieder ein Hammer.

DJR: Du hast Deine Samplereihe „Funky Plüsch“ angesprochen. Wie kam es zu dem Titel und wie war der Weg zur ersten Compilation dieser Dreierreihe?

Gärtner der Lüste: Freunde von mir, Moca aus Bochum (die ich sehr verehre), hatten endlich ihren ersten CD-Vertrag, die Stücke waren fertig, hatten aber noch keine Namen. Also haben wir uns gemütlich zusammengesetzt, die CD zweimal durch gehört und Namen vergeben. Ein Stück wollte ich sofort in „Funky Plüsch“ benennen und die Jungs fanden die Idee sehr gut. Monate später hatte ich eine prima Lounge-CD zusammen gemixt, wollte aber im Titel nichts mit Chill oder Lounge haben. „Funky Plüsch“ war im Mix enthalten und dann dachte ich: „Warum nicht die ganze CD so benennen?“

Der Mix selber war für den privaten Gebrauch gedacht, aber etliche Freunde haben mich angespornt, sie zu veröffentlichen, weil sie von diesem Mix fast schon süchtig waren. Ein Jahr hab ich nach nem Label gesucht und als ich gerade aufgegeben hatte (fast), ist mir das Label zufällig über den Weg gelaufen. Meine Hauptforderung für den Release war, dass er genau so, wie ich den Mix hin bekommen hatte veröffentlicht werden sollte. Reimar Philipps von den Popagenten hat bei der Lizenzierung alles gegeben und tatsächlich alle 16 Stücke frei bekommen, was eine Art Wunder war, das ich bis jetzt nicht wiederholen konnte. Immer fallen irgendwelche Stücke weg! Bei der ersten Funky Plüsch hätte es fast „Fly me to the moon“ von Julie London erwischt, ausgerechnet auch noch das Titelstück; die EMI erklärte, die Künstlerin hätte ihr okay nicht gegeben. Dann fand ich aber heraus, dass Julie London bereits Jahre zuvor verstorben war. Das war ihnen dann wohl peinlich.

DJR: Eine Samplerreihe aufzubauen ist ja nicht gerade einfach. Auf was muss man achten und wie sieht eine ungefähre Kalkulation aus?

Gärtner der Lüste: Samplerreihen gibt es ja wie Sand am mehr, allerdings halte ich von etlichen nicht sehr viel, zumeist weil sie relativ gesichtslose Produktionen sind, die musikalisch und / oder optisch nicht sehr viel zu bieten haben. Häufig geht es nur um den Profit, das Artwork ist billig oder wiederholt immer die gleichen Klischees, wie zum Beispiel die Sofas auf Lounge-Compilations.

Wichtig ist mir, dass alle Stücke auf einer Compilation Herzensangelegenheiten sind, Musik, die ich immer wieder auflege und auch ein gutes Feedback aus dem Publikum dafür bekomme. Allerdings steckt in einer solchen Compi nicht viel Geld für den DJ, aber dafür kann man solche CDs auch sehr oft hören, ohne dass sie langweilen. Die steigenden Verkaufszahlen bei der Funky Plüsch-Reihe geben mir allerdings Recht, was die Nachhaltigkeit betrifft.

DJR: Du erstellst mittlerweile auch Remixe auf „chinchin records“. Wie erarbeitest Du sie dir, was machst Du besser und wie heißt Dein erfolgreichster Remix?

Gärtner der Lüste: Die Remixe entstehen bislang immer in Kooperation mit Christian Becker (Moca) oder Martin Kratzenstein (Club des Belugas), da ich vom Schrauben nur sehr wenig Ahnung habe. Wenn ich ein Stück höre, das mir gefällt, von dem ich mir aber auch eine deutlich andere Version vorstellen kann, frage ich einen der beiden, ob sie Lust und Zeit für einen Remix haben. Ich besorge dann die Spuren, bin beim Remixen eine Art ästhetischer Kopilot und sorge für die Veröffentlichung. Der erfolgreichste war bislang der erste Remix. „Wildcats gotta move“ vom Club des Belugas im Becker vs. Gärtner der Lüste-Remix war auf Anhieb in den Deutschen Club Charts, ist bis auf Platz 3 geklettert und wurde bislang vier mal auf weiteren Compilations veröffentlicht.

Der zweite Remix (Moca: Post it) ist aber auch gerade seit ein paar Wochen raus. Als nächstes wird ein Remix von Christian und mir für die Mo‘ Horizons erscheinen.

DJR: Du sammelst seit einiger Zeit fleissig internationale Erfahrung als DJ. Bestätigst Du die Annahme, dass man es als vielseitig orientierter DJ in Deutschland schwerer hat, da hierzulande das Schubladen- und Puristendenken ausgeprägter ist.

Gärtner der Lüste: Meine durchweg positiven Erfahrungen in den verschiedensten Ländern erkläre ich mir eher so, dass die Menschen zum Beispiel in Mexiko sehr viel begeisterungsfähiger sind und deutlich losgelöster feiern. Auch in Deutschland hatte ich schon sehr geniale Abende, aber im Schnitt sind die Gigs im Ausland euphorischer.

DJR: Gibt es einen Gig, der Dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Gärtner der Lüste: Da gibt es so einige. Einen sehr besonderen Abend hatte ich beim ersten Berlin-Gig vor einigen Jahren im Kachelclub auf der Oderberger Straße, den es leider nicht mehr gibt. Von 12 Uhr an habe ich bis morgens um sieben aufgelegt, es wurde schon beim ersten Stück ausgelassen getanzt, keiner hat gemeckert, im Gegenteil, die Leute haben mich angefeuert und sich immer wieder bedankt. Die Veranstalter hatten mit 300 Gästen gerechnet, aber es waren mindestens 900, so dass es um 2 Uhr schon kein Bier mehr gab, um 3 Uhr keinen Wein, um 4 Uhr keinen Wodka und als ich aufgehört habe, gab es nur noch alkoholfreies Bier. Das hat die Tanzenden aber nicht aufgehalten.

DJR: DJ-Auftritte, Remixe, Compilations, was steht in nächster Zukunft an und welche Ziele stehen aus?

Gärtner der Lüste: Momentan bin ich für vier Wochen in der Nähe von Gerona in Spanien und lege in einem Sonnenblumenfeld auf. Der Club heißt „Mas Sorrer“ und ist für mich eine Sensation, weil dort am Wochenende fast 1000 Katalanen hinkommen, um auf Jazz und Artverwandtes zu feiern. Der Club ist open air und die Atmosphäre ist unvergleichlich schön. Gegen Ende des Jahres werde ich wohl für 3 Monate nach Peking gehen und auflegen.

DJR: Vielen Dank für das Interview

Edit: In Kürze werde ich die vier Lounge-Sampler von dem Gärtner hier vorstellen, wie immer mit einem Kurzmix der angenehmen Art ;-)
Update: Was hiermit geschehen ist.


Bebo Best and Sitar and Bossa

Gestern gab mir der Gärtner der Lüste mit begeisterten Worten eine CD namens Sitar and Bossa von Bebo Best & The Super Lounge Orchestra; in weiser Vorraussicht von chinchin Records lizensiert. Hinter Bebo Best verbirgt sich ein ungemein produktiver Musiker, der als Komponist, Multi-Instrumentalist und Produzent zahlreiche Alben und Soundtracks eingespielt hat und mit Größen der Musik wie Gilberto Gil, Nitin Sawhney, Sinead O‘ Connor, Steve Reich, Ruichy Sakamoto, Frank Zappa und vielen anderen zusammengearbeitet hat. Zudem liebt er ausgefallene Pseudonyme wie seine Künstlernamen zeigen. So ist er auf diversen Produktionen auch als „theAlchemist Bebo Baldan“, „Tantratribe“ und „MagnetiC4 zu finden.

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Sitar and Bossa hat Bebo Best mit 16 Musikern eingespielt und herausgekommen ist eine muntere, gute Laune machende Platte, die deutlich macht, für was der Mann so geschätzt wird: Für sein feines Händchen beim Mischen elektronischer und traditioneller Musik, das auch vor Rock-Klassikern nicht halt macht, wie ein Remix von Whole Lotta Love zeigt. Zwar gefällt der mir persönlich nicht gerade gut, dafür geht es aber mit dem Track Beat Conductor ganz im Sinne der Tanzlust ab.


Colourful Vibes: The Black Queen’s Beads

Als ich letztens zufällig den komischen und wunderbar trashigen Film Barbarella sah, erkannte ich darin einen Song von Bob Crewe wieder, der aus zwei Teilen besteht. Der Titel deutet das bereits an: Pygar’s Persecution / The Black Queen’s Beads. Das Stück kam wie gerufen für den Anfang und das Ende einer Compliation, die ich aus Spaß am Titeln Colourful Vibes: The Black Queen’s Beads nenne. Darauf sind 37 meiner aktuellen Lieblinge auf 54 Minuten komprimiert, ein Livemix von den Playern direkt auf die Scheibe gebracht. Zugleich eine kleine musikalische Reise durch die Vielfalt originaler Perlen aus den 60er und 70er Jahren und feiner (Re)mixe der letzten Jahre. Das folgende Cover sollte ganz gut dazu passen.

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01 Pygar’s Persecution 02 Got To Be A Love (Paul Nice Mix) 03 Express Yourself 04 Pardon 05 Sorry ‘about That (part 1) 06 Teacher of Love 07 Chatterton 08 Outta Space 09 Jazz Tip 10 See Line Woman 11 Love Ritual (Bwana Mix) 12 Strobe’s Nanafushi 13 Edony (Clap Your Hands) 14 Siki, Siki Baba 15 Alone At My Wedding 16 Daddy 17 My Bombombomb 18 Soulsalicious 19 Gettin’ Down 20 Look Out (Here I Come) Part One 21 Ooh Ah Ee 22 New York Soul 23 Bobo! Do That Thing 24 Salsa Vibes 25 Mission Impossible 26 Full Up 27 (Sitting On) The Dock Of The Bay 28 Mr Fix It 29 Love Love Is To Love 30 Get The Funk Out Ma Face 31 At The Disco 32 Gordon’s War 33 Zsa Manca 34 Me Voy Pa’ Cachimbamba 35 Hell Yeah 36 Savage 37 The Black Queen’s Beads


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