Mahnimal und Zemaria im Strobels
Morgen, Freitag, den 27. Juli spielen Mahnimal und Zemaria aus Brasilien im Strobels. Während Mahnimal uns mit einer Mischung aus Rock, Reggae, Samba, Ticumbi, Jongo, Pop und elektronischer Musik verwöhnen wird, läßt das brasilianische Quartett Zemaria Electronic-Samba erklingen. Ich werde vor und nach dem Konzert passende Colourful Vibes zum Besten geben. Seid dabei! Eintritt ab 19 Uhr. Strobelallee 50, Dortmund.
Colourful Vibes: The Black Queen’s Beads
Als ich letztens zufällig den komischen und wunderbar trashigen Film Barbarella sah, erkannte ich darin einen Song von Bob Crewe wieder, der aus zwei Teilen besteht. Der Titel deutet das bereits an: Pygar’s Persecution / The Black Queen’s Beads. Das Stück kam wie gerufen für den Anfang und das Ende einer Compliation, die ich aus Spaß am Titeln Colourful Vibes: The Black Queen’s Beads nenne. Darauf sind 37 meiner aktuellen Lieblinge auf 54 Minuten komprimiert, ein Livemix von den Playern direkt auf die Scheibe gebracht. Zugleich eine kleine musikalische Reise durch die Vielfalt originaler Perlen aus den 60er und 70er Jahren und feiner (Re)mixe der letzten Jahre. Das folgende Cover sollte ganz gut dazu passen.

01 Pygar’s Persecution 02 Got To Be A Love (Paul Nice Mix) 03 Express Yourself 04 Pardon 05 Sorry ‘about That (part 1) 06 Teacher of Love 07 Chatterton 08 Outta Space 09 Jazz Tip 10 See Line Woman 11 Love Ritual (Bwana Mix) 12 Strobe’s Nanafushi 13 Edony (Clap Your Hands) 14 Siki, Siki Baba 15 Alone At My Wedding 16 Daddy 17 My Bombombomb 18 Soulsalicious 19 Gettin’ Down 20 Look Out (Here I Come) Part One 21 Ooh Ah Ee 22 New York Soul 23 Bobo! Do That Thing 24 Salsa Vibes 25 Mission Impossible 26 Full Up 27 (Sitting On) The Dock Of The Bay 28 Mr Fix It 29 Love Love Is To Love 30 Get The Funk Out Ma Face 31 At The Disco 32 Gordon’s War 33 Zsa Manca 34 Me Voy Pa’ Cachimbamba 35 Hell Yeah 36 Savage 37 The Black Queen’s Beads
18.07.
Vibes einer Morgenlandfahrt
Der Herr Paulsen hat in seinem Kioks in seiner begeisternden Art eine Produktion von dunkelbunt namens Morgenlandfahrt vorgestellt, die den Freunden des kosmopolitischen Grooves zwischen Gypsy-Sound, Hip Hop und elektronischen Worldbeats zur Freude gereicht werden darf ;-) Einige nette Details über die Entstehung des Albums und seines Kochs Ulf Lindemann findet Ihr auf Malagueta-Music.com.
8.07.
mo’horizons und der Sex des Grooves
Gestern kam ein überraschender Anruf von Uwe Meyer, ob ich DJ-Support für mo’horizons machen wolle. Hörte sich erst einmal wie ein Witz an, als ob die einen DJ nötig hätten. War aber keiner, umso besser. Ich also vorsichtshalber noch ein paar elektronische Sounds in die Koffer gepackt und Abends dann ab ins Dortmunder Strobels.
Gut anderthalb Stunden sorgte ich mit einer Mischung aus Reggae, Soul, Nu Funk, Crime-Sound und Latina Electrica ;-) für gute Stimmung unter den Gästen. Als Ralf Droesemeyer (?) zum Warmmachen auf die Bühne kam, meinte er, ich hätte viele Songs aufgelegt, die er auch in seinem Koffer habe. Schöner Zufall. Ich habe dann während des knapp 4stündigen Gigs von mo’horizons auch einige Schätzchen aus meiner Sammlung herausgehört. So passte dann mein unerwarteter Einsatz prima ins Konzept. ;-)

Das Konzert war leider schlecht besucht und das schlechte Wetter in einem Biergarten trug nicht zur Club-Atmosphäre bei, die mo’horizons wohl erwartet haben. Trotzdem haben sie die Leute nach einiger Zeit zum Tanzen gebracht, kein Wunder, gab es doch elekronischen Latin und Jazz auf hohem Niveau und in ebensolchem Tempo. Mich beeindruckte die stilsichere Vielseitigkeit sehr. Ralf Droesemeyer und Mark ‚Foh’ Wetzler mixen sehr geschickt und mit breitem Muskgeschmack, der jeden Puristen ins Mark treffen würde. Sie scheinen sich von der Lebendigkeit originaler Tracks inspirieren zu lassen und erstellen eigene Songs daraus, ohne die Latin-, Jazz- und Popzitate zu sterilen Beiwerken zu machen. Ihre Musik behält den Sex des Grooves und wird nie zu kalter, allzu gewollter elektronischer Produktion. Unterstützt wurde das Duo von einem Percussionisten und Sänger sowie einer stimmmächtigen Sängerin (vielleicht bringe ich die Namen noch nachträglich in Erfahrung), die mit wohldosierten Einsätzen manches Sahnehäubchen draufsetzten.

Nach dem Gig habe ich mir die neue CD von mo’horizons gekauft. Sie heißt Sunshine Today und kommt in Kürze auf dem Markt. Sie läuft grad das zweite Mal und ich sage nur: Klasse funky Latin und Jazz mit Feingefühl gespielt und gemixt, aber ohne einen Allzeit-Partyknaller wie Brazil oder Hit The Road Jack (pé na éstrada).

Soulful Reggae Music
Heute möchte ich drei Sampler vorstellen, die vom Londoner Label Soul Jazz Records kommen und die Du alle wunderbar durchhören kannst. Die gute Laune wird steigen dabei und manchem von Euch wird es nicht auf den Sitzen halten, denn es bleibt nichts anderes übrig als Swingen im Rhythmus des groovigsten Reggaes, den die Welt je gehört hat. ;-)

Die drei Sampler, die es als CDs und auf Vinyl gibt, sind aus der Sampler-Reihe mit Produktionen der legendären jamaikanischen Soundschmiede Studio one. Ganz vorne steht da für mich die Compilation Studio One Soul 2, die mit einer gelungene Symbiose aus Reggae und Soul und 18 Songperlen das grooveverwöhnte Ohr schmeichelt, mancher Gänesehautüberfall nicht ausgeschlossen. Gelungen sind auch die Produktionen Studio One Funk und Studio One Rude Boy, die im Sound etwas kräftiger daherkommen aber genauso voller Seele, Leben und Swing sind.
- Winston Francis mit Don’t Change. Mein Lieblingsliebeslied zur Zeit, weil das Herz in der Stimme so schön singt: So don’t change your love. Baby don’t change …
- Jackie Mittoo mit Hang Em High. Ich weiss nicht, warum ich in diese leichtfertige, ja fast kindliche Gitarre so verliebt bin, ich weiss auch nicht, warum der ganze Song so genial erscheint.
- Little Joe mit Red Robe. Erinnert mich an die beiden Reggae-Roys und was für ein unvergleichlicher Swing!
- Prince Francis mit Beat Down Babylon. Wirds nicht immer besser! Die Trommel und das Sax, der Sprechgesang und überhaupt alles. Ok, ich komme runter, trotzdem: Gänsehautkandidat
- Mr. Foundation mit See Them A Come. Voller Charme dieser Song.
- Soul Vendors mit Swing Easy. Der Titel sagt doch alles.
- Dennis Brown mit Johnny Too Bad. Wenn einer so schön singt, freue ich mich, auf der Welt zu sein. ;-)
- The Heptones mit Choice Of Colours. Der letzte Song aus dem Set macht noch einmal beindruckend hörbar, wie wunderbar Reggae und Soul zu vereinen waren.
Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit. Die hat übrigens auch die Site Soul Jazz Records CDs mit zahlreichen deutschen CD-Besprechungen verdient. Ein schönes Wochenende wünscht Euch dj R.
Creole-Musikpreis
Den ersten bundesweiten Wettbewerb für Weltmusik aus deutschen Landen names Creole habe ich verpasst. Dabei fand er in der Nähe statt, nämlich im legendären Dortmunder Domizil. Die Gewinner des Preises heißen Äl Jawala sowie Ahoar und ULMAN, alle 3 Bands mit ansehbaren Websites ;-).
23.05.
Putumayo: Gypsy Groove
Ohne meine Putumayo-Sammlung würde mir beim Auflegen doch einiges an schönen Worldbeats-Songs fehlen. Ich sammel diese hervorragenden und informativen Sampler seit 1999 und bin oftmals begeistert darüber, wie es das Label immer wieder schafft, diese Mischung aus traditioneller und elektronisch gestützter Tanz- und Hörmusik aus aller Welt zu machen. Ein gutes Beispiel für dieses gute Händchen der Putumayo-Macher ist der 2007 erschienene Sampler Gypsy Groove, der abwechslungsreiche Balkanbeats aus aller Welt vorstellt. Für mich sind ein paar neue Perlen dabei, was erfreulich ist, denn so wenig Balkanbeats-Sampler habe ich nun auch nicht ;-).

Hervorragend gefallen mir die Amsterdam Klezmer Band mit Sadagora Hot Dub (Shantel Remix) (den man durch Hot Loops auch verlängern kann), das Luminescent Orchestrii mit dem stimmungsvollen Amari Szi, Amari (oh, die schöne Geige!) und der !DelaDap Remix Vino lubirea von Eastenders mit DJ Stefan Mueller und Cem Buldak. Und für Leute, die nur hören wollen und die Balkanbeats bereits etwas in ihre Hörgewohnheiten integriert haben ;-), wird dieser Sampler wohl ein Volltreffer sein. Zum Einstieg in diese stimmungsvolle und höchst tanzbare Musik eignet er sich allemal.
Hoppa: Balkanbeats und Django-Groove
Beim diesjährigen Tanz in den Mai im Drübbelken von Recklinghausen habe ich zwischen den Songs aus 30 Jahren Pop und Rock immer wieder Weltmusik eingestreut, die die ausgelassene Stimmung noch hob. Auch die Balkanbeats auf dem gleichnamigen 2. Sampler von DJ Soko trugen dazu bei, dass auf den Bänken getanzt und auf der Tanzfläche gejubelt wurde. Den Anfang machte KAL, die “heiße Gypsy-Band aus Belgrad”. Ihr Song Mozarella versprüht unwiderstehlichen Django-Groove und eben diese ins Fröhliche gesteigerte Melancholie und Unmittelbarkeit, die den neuen und alten Balkansound so liebenswert machen.

Gut an kam auch der Song Hora evreiascae von Fanfare Ciocarlia. Die treibenden Bläser und eine Klarinette mit Klezmer-Anmutung führen zur ausgelassenen Bewegung. Im Booklet werden die zwölf Zigeunermusiker als die “wahrscheinlich schnellste Blaskapelle auf diesem Planeten” vorgestellt.
Insgesamt ist “Balkanbeats volume 2″ eine hervorragende Mischung, die man durchaus eine Zeit rauf und runter hören kann, wobei das letzte Stück namens Moldavian Song von Emir Kusturica And The No Smoking Orchestra einen sehr schönen wehmütigen Schlusspunkt setzt. Nicht zu verachten ist auch das Video Ki itt a legény mit Karaván und den berühmten Boban Markovic, der mich bereits auf dem ersten Balkanbeats-Sampler begeisterte hatte. Lobenswert ist auch wieder das schöne Booklet mit Bildern und Informationen über DJ Soko, die Erfolgsgeschichte des Balkanbeats und die Bands.
Neben DJ Soko ist sicher auch der Frankfurter DJ und Produzent Stefan Hantel, besser bekannt als Shantel, für die Popularität des Balkanbeats verantwortlich. Der aktuelle Shantel-Sampler “Bucovina Club Vol. 2″ steht dem aktuellen von DJ Soko in nichts nach. Er scheint mir insgesamt etwas elektronischer, ohne dass der Balkangroove durch elektronische Sterilität kaputtgemixt wurde.
Der absolute Tanzknaller auf Bukovina 2 heißt Mahalageasca (Bucovina Dub) und reizt mit einer unverwechselbaren Tuba den Tanztrieb dermassen an, dass es eine gesteigerte Freude ist. Gelungen finde ich auch den “Balkan Mix” von Ya Rayah, den Klassiker von Rachid Taha, der beim Auflegen noch nie in die Hose ging. ;-)
Wer kaum den Balkanbeat und Gypsy-Groove wahrgenommen hat, dem seien die folgenden informativen Texte und Hörproben empfohlen. Ich werde mit der Zeit weitere CDs und Bands hier vorstellen.
- Über den Werdegang von DJ Robert Soko und die Balkanbeats: Punk den Balkan
- Die taz-Weltmusik: “Roma-Kapellen feuern das Revival der Balkan-Musik an.” Sehr guter Hintergrundartikel: Gipsymania!
- ZEIT: Folklore in der Disco: Pop mit Hybridantrieb
- Offizielle Website von DJ Soko und DJ Marko: Balkanbeats
- Wikipedia über Stefan Hantel (Shantel)
- Hörproben von Balkanbeats Volume 2
- Hörproben von Shantel: Bukovina Club 2
13.05.
